Saurologie und Käsohol

Autoren: Matthias von Zedlitz, Oliver H. Herde und andere

MvZ

"Nun, letztlich wissen das wahrscheinlich nur die Götter selbst." Marik nimmt einen weiteren Schluck. "Wie hält es denn die Magierzunft so mit Hesinde?" Um nicht zu persönlich zu werden, formuliert Marik seine Frage lieber etwas unspezifisch.

OHH

Derart gefragt, versteht der Alte die Frage genau so, wie sie formuliert ist, und bezieht sie nicht auf sich selbst. "Gewiss so unterschiedlich wie jede andere. Menschen sind bei allen Gemeinsamkeiten immer unterschiedlich. Natürlich gibt es zu besonderen Anlässen das eine oder andere Zeremoniell oder gemeinsame Betstunden, doch sind sie selten für alle verpflichtend. Natürlich hängt das auch von der jeweiligen Akademie und ihrem Standort ab..."

MvZ

Marik kommt ein schrecklicher Gedanke. Vorsichtig fragt er: "Gibt es etwa auch Rastullah-Anbeter an den Akademien?"

OHH

Ob der Selbstverständlichkeit, welche Morlan in der Frage empfindet, bemerkt er nicht des Barden mitschwingendes Unbehagen. "In den Reichen vereinzelt, wohingegen es in den Akademien im Osten und Südosten des Kontinentes natürlich oft umgekehrt aussieht. Allerdings habe ich meine Kollegen nie danach gefragt, weil es für die jeweiligen Sachthemen keine Bewandnis hatte."

MvZ

Marik versteht weniger als die Hälfte von dem, was Morlan sagt, größtenteils weil seine Gedanken woanders sind. "Die nehmen dann wahrscheinlich nicht an den Hesindediensten teil."

OHH

Nickend bestätigt Morlan: "Üblicherweise nicht. Doch es gibt Ausnahmen, wenn besondere Situationen vorherrschen. Damals während der Bedrohung durch Borbarad und seine Horden, zum Beispiel, hat man alle Hebel ausprobiert."

MvZ

"Da möchte ich gar nicht dran denken", denkt Marik, während ihm ein kalter Schauer den Rücken hinunter läuft. Und dann kommt ihm die Erkenntnis, dass er das Gedachte laut ausgesprochen hat.

OHH

Verständnisvoll nickt der Alte. "Ja, keine gute Zeit. Obwohl sie auch reichlich Verbindendes hatte bei jenen, die sich dem Wahnsinn entgegenstellten. Man hat viele interessante Leute kennengelernt. Die Netzwerke bestehen lose noch heute. Wer weiß, ob ich je nach Drakonia gekommen wäre...!" Zum Ende hin wird er immer leiser, bleibt jedoch noch verständlich - für normal Hörbegabte; selbst wurde er fraglos nur unbestimmte Murmelei mitbekommen.

MvZ

"Drakonia?" wirft Marik ein. Der Name ist ihm nicht bekannt, auch wenn seine rudimentären Bosparano-Kenntnisse dafür sorgen, dass er sich ein Land voller Drachen vorstellt.

OHH

"Ja, da bin ich nun ansässig", erklärt Morlan freudestrahlend, bis ihm klar wird, dass der Eleve davon womöglich noch nicht gehört haben mag. Selbst unter Fachleuten ist dies ja kein geradezu offenes Buch.
So fährt er erweiternd fort: "Das Konzil der Elemente zu Drakonia" - den offiziellen, etwas längeren Titel erspart man Nichtakademikern besser - liegt im Raschtulswall. Fraglos lädt die Abgeschiedenheit weder sonderlich zu Besuchen ein, noch für die Bewohner zum Reisen..."

MvZ

Über den Raschtulswall hat Marik nur ein paar Geschichten gehört, die es ihm alle nahegelegt haben, dieses Gebirge zu meiden. Glücklicherweise liegt es auch nicht gerade um die Ecke. Und aus irgendeinem Grund, den er nicht fassen kann, muss er an Käse denken. Scherzhaft sagt er: "Und der Vorsitzende des Konzils ist wahrscheinlich ein Purpurwurm."

OHH

Nun verhört sich der Alte doch ein wenig, weshalb er erwidert: "Nein, meines Wissens steht der im Orkland..." Seinem Blick und Zögern mag jedoch abzulesen sein, dass er nicht nur darüber im Unklaren schwebt, sondern auch über die wahren Worte des Barden.

MvZ

Marik schaut verwirrt drein. "Wer steht im Orkland?"

OHH

Es kann kaum mehr ein Zweifel bestehen; es gab wohl ein Missverständnis. "Äh... der Purpurturm...?" wiederholt Morlan, was er gehört zu haben geglaubt hat. Vielleicht hätte er doch zu einem Mittagsschläfchen emporgehen sollen.

MvZ

Marik schaut Morlan mit erhobenen Augenbrauen an und wiederholt: "Der Purpurturm?" Das war ein interessanter Verhörer. Der Barde bemüht sich, wieder lauter und deutlicher zu sprechen. "Bitte erzählt mir von dem Purpurturm. Ich hätte im Orkland eher primitive Hütten erwartet als einen purpurnen Turm."

OHH

Ging es nicht eben noch um Drakonia? Doch bekommt Morlan keine Gelegenheit, sich an das Mysterium heranzutasten.
"Es handelt sich ja nur um einen einzelnen Turm, der wohl recht einsam dort herumsteht", erwidert er, wobei er mit den Fingern die hohe Stirne zu massieren beginnt. "Ja, wie war das noch...? Es hatte irgendwie mit der Hesinde-Kirche zu tun - und mit Saurologie..."

MvZ

"Saurologie?" platzt es aus Marik heraus. Das hört sich für seine Ohren an wie die Wissenschaft von saueren Dingen, Essigkunde vielleicht. Es heißt ja, dass sich die Hesindegeweihten mit den speziellsten Themen beschäftigen.

SR

Nachdem am eigenen Tisch sich immer noch alles um Käse bzw. zur Zeit der Vekostung desselben gewidmet wird und Joriks Tischgenossen scheinbar in der Verzückung gefangen sind, kommt Jorik nicht umhin, das laut herausgeplatzte Wort zu vernehmen.
Plötzlich fallen ihm auch diverse echsische Worte ein, die er lange nicht mehr benutzt hat: „Krr'ta h'ssirr. Krr'ta ssar", spricht er doch etwas lauter aus als beabsichtigt. 'Diese Klick und Zischlaute lassen sich nicht wirklich leise sprechen', denkt er und schaut sich am Nachbartisch um, ob der ältere Magier ihn womöglich gehört hat.

OHH

Erneut wird des Greisen Konzentration ein wenig umgelenkt von jenem fernen Gebäude und seine kaum als Gedankenbild erschienene, nun sogleich wieder verblassende Erbauerin hin auf diese eine Wissenschaft. Die erschrocken wirkende Art der Aussprache durch den Barden lässt ihn darin irren, jener fürchte sich vor Echsen.
Schon will Morlan ihn mit einer Erklärung beruhigen, als in solchem Gasthaus unerwartete Geräusche aus scheinbarem Nichts hervortreten. Da sie nur kurz zu hören sind und Morlans Gehör eben nun einmal so erschöpft, wuselt sein Blick verwundert umher. Leider hat er kein Wort verstanden, wenngleich die Sprachen der Achaz und ihrer näheren Verwandten stets faszinierten - dafür war es leider zu kurz, zu überraschend und zu leise, weswegen auch die Richtung so schwer für Morlan zu bestimmen ist.
Einzig ein klein wenig auffällig dabei ist der Thorwaler, welcher herüberschaut. Anscheinend hat er die Worte auch vernommen. Hoffentlich holt er deswegen nicht gleich irgendeine Waffe hervor!

SR

Jorik hebt eine Hand, kaum mehr als eine kleine Geste, um die Aufmerksamkeit des Greises nicht unnötig zu erschrecken. "Wenn Ihr etwas Ungewöhnliches gehört habt – das war wohl ich." Ein schiefes, entschuldigendes Lächeln. "Verzeiht. Die Laute der Achaz lassen sich schwer flüstern. Mir kamen nur ein paar alte Worte in den Sinn... Erinnerungen an Maraskan." Er neigt den Kopf leicht und respektvoll, ebenso wie es auch auf Maraskan üblich ist. "Ich wollte niemanden verwirren. Es war nur ein Gedanke, der mir entglitt."
Dann, mit einem Hauch Neugier: "Ihr habt ein gutes Ohr dafür, alter Herr. Nicht viele erkennen die Zunge der Echsen überhaupt."

MvZ

Marik schaut zunächst leicht verwirrt zwischen Morlan und dem Thorwaler hin und her. Achaz? Dem Satz-Zusammenhang entnimmt der Barde, dass es sich dabei wohl eher nicht um eine Essigsorte handelt. Vielleicht die Bezeichnung für das seltsame Gezischel, das soeben zu vernehmen war. Maraskan? Das sagt Marik etwas: Eine Insel, die noch gefährlicher sein soll als der Raschtulswall, und daher noch weniger für ihn als Reiseziel infrage kommt, dazu auf der anderen Seite des Kontinents. Wie ist der Nordmann denn dahin gekommen? Hat er sein Schiff über Land getragen oder ist er an den Landen der Wilden und den Städten der Sklavenjäger vorbeigesegelt? Mariks linke Augenbraue wandert nach oben.

OHH

Eines wird dem Beobachter leicht klar: Hier liegt ein Irrtum vor, denn der Greis versteht keineswegs jedes Wort. Allein der lauten Stimme des Thorwalers ist geschuldet, dass Morlan zumindest eine grobe Ahnung vom Inhalt bekommt. Hat er den fernen Ferngereisten recht verstanden, so weiß dieser, dass er die Laute als Sprache erkannt hat. Wie hat er das gemacht? Sollte es sich um einen thorwalschen Kollegen handeln? Oder vielleicht einen Magiedilettanten mit der Fähigkeit des Gedankenlesens?
Einerlei, solange er eine so uneffektive Art der Fernverständigung wählt! "Verzeihung, aber ich schreie nicht gern quer durch Schankräume..." erklärt er ohne besondere Anstrengung und daher mit seiner üblich dünnen Stimme.

SR

Nachdem Jorik signalisiert hat, nicht absichtlich in fremder Zunge zu sprechen, scheint weder der ältere Herr noch der Barde geneigt, den Echsenlauten auf den Grund gehen zu wollen. Insofern wendet sich der Kapitän wieder seinen am eigenen Tisch sitzenden Käsefreunden zu.

OHH

Diese Thorwaler! Verstehen sie nur, über das Deck zu brüllen? Nein, Morlan hat durchaus schon welche getroffen, die sich gepflegt aus der Nähe zu verständigen wussten. Jenem dort drüben ist sein Anliegen welcher Art auch immer hingegen offenbar nicht wichtig genug, um herüberzukommen.
Mit leichtem Achselzucken wendet sich der Alte wieder seinem Schüler und Tischgast zu. "Kurios! Dumm nur, dass mich alles so leicht aus meinen Gedanken bringt! Wo waren wir gerade? Irgendwie bei Echsen...?"

MvZ

Echsen? Marik kann sich an dieses Gesprächsthema nicht erinnern. Echsen, Drachen... "Ach so, ja, Drakonia", sagt er schließlich. "Ihr sagtet, dass es sich dabei um ein Konzil handelt, das im Raschtulswall tagt?" Bei den letzten Worten ist unschwer herauszuhören, dass sich Marik unsicher ist, ob er den Sachverhalt korrekt wiedergibt.

OHH

Freudig nickt Morlan, denn dies ist ihm ein angenehmes Thema. "Ja, ganz recht, mein Junge! Ich habe dort vor ein paar Jahren mein drittes Studium begonnen..." Bedeutungsvoll lächelnd runzelt er die Stirne mit dem sechseckigen Akademiesiegel.

MvZ

Mitten im Zuhören dessen, was Morlan erklärt, meint Marik, den Namen der Frau zu hören, wegen der er hierhergekommen ist. Die berufliche Pflicht lässt ihn sich ruckartig umdrehen, um herauszufinden, ob jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, Ihr ein Ständchen zu bringen. So wie sich die Szene am Tresen darstellt, scheint es aber noch zu früh zu sein. Daher wendet er sich wieder Morlan zu. "Äh, sagtet Ihr gerade, dass Ihr dreimal studiert habt?" Marik blickt verwundert drein.

OHH

Mit einer Mischung aus Zufriedenheit, Stolz und einer feinen Prise Bescheidenheit erwiedert Morlan lächelnd: "Ja, ganz recht! Beziehungsweise - nun ja - im Grunde ist man ja nie ganz fertig. Doch tatsächlich habe ich das dritte offiziell vor einigen Wochen vollendet und bin nun nur noch Mitglied des Lehrkörpers. Was mich nicht von dieser Studienreise nach Bethana abgehalten hat." Etwas daran scheint ihn zu bedrücken, da er kurz betroffen Blick und Lider senkt und sich seine Freude aus dem faltigen Antlitz zurückzieht.

MvZ

Morlans Stimmungswechsel ist dem Barden nicht entgangen. Geduldig wartet er aufmerksamen Blickes, ob der greise Absolvent dreier Studiengänge seiner Geschichte noch etwas zufügen möchte.

OHH

Doch scheint der Alte sich der Beobachtung durch den Barden nicht bewusst zu sein. Stillschüttelt er den Kopf, murmelt dann etwas von "Diese jungen Leute..." und blickt schließlich wieder auf und sein Gegenüber zunächst noch mühsam freundlich an. Jenes ist zum Glück nicht mehr gar so jung.

AN

Seysshaban am Kamintish springt auf, und reißt seinen Krummdolch aus dem Gürtel. Dabei fällt der Sitz klappernd nach hinten. "Wo ist die Echse?" fragt er den Mann und stößt seinen Dolch in den Tisch. Er blickt intensiv im Raum umher und auch unter den Tisch, an dem er steht.

MvZ

Marik bemerkt einen Tumult oder den möglichen Beginn eines solchen auf seiner Linken. Allzu bedrohlich hört sich das noch nicht an. Da er eine spannende Geschichte in dem Verhalten des Magiers vermutet, blendet Marik - zumindest vorläufig - den Rest des Wirtssaales aus und blickt Morlan freundlich an. "Haben Euch diese jungen Leute geärgert?" fragt er, wohl wissend, dass Ärger nicht das richtige Wort sein dürfte, um Morlans Stimmung zu beschreiben.

OHH

Stuhlgepoltere und die brutale Erdolchung des Kamintisches lassen Morlan dorthin blicken. Anscheinend ist der Tulamide hinreichend abgefüllt, wie der sich benimmt! Der Wirt wird ihm schon bescheidgeben, wenn er sich von seinem rechtschaffenen Schreck erholt hat. Zudem gibt der Barde - man muss ihn unbeding noch nach dem Rufnamen fragen! - Hilfestellung, beim Thema zu bleiben. "Wie? Ach so! Nein, nicht eben geärgert - vielmehr ein klein wenig enttäuscht. Ich hätte gern einen jungen Begleiter an meiner Seite gewusst, welcher beim Reisen hilfreich wäre. Jedoch sind die Adepten von heute aus einem anderen Holz, gar nicht recht reiselustig wie ich in dem Alter." Zumindest vermeint er, sich dessen so erinnern zu dürfen. "Möglicherweise liegt es aber auch an der Abgeschiedenheit Drakonias, die sie ja letztendlich selbst mitgewählt haben."

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Auch Marik ist nicht immun gegen die Ablenkung, die der Tumult am Kamintisch hervorruft. Da wird so schnell durcheinandergeredet und -gerufen... Er hat fast den Eindruck eines Bühnenschauspiels. Das Publikum soll sich eine Echse vorstellen, gegen die der Junge sich mit seinem Dolch verteidigen will? Immerhin sind mehrere Erwachsene bereits zur Stelle, also kein Grund, sich ebenfalls einzumischen und am Ende noch eine Schnittwunde davonzutragen.
Er wendet sich wieder Morlan zu und versucht, laut genug zu reden, dass ihn der Greis trotz des Kraches verstehen kann: "Abgeschieden, ja. Und gefährlich, nach allem, was man so hört. Treiben sich da nicht brutale Wilde herum? Und Drachen?"

OHH

"In der Akademie nicht", scherzt Morlan, um sich von der unerfreulichen Szene drüben abzulenken. Dort hätte man ja schon einen Wilden!
"Ja, nun", gesteht er dann ein, "es ist ja ein ausgedehntes Areal. Da haben wir tatsächlich drei bekannte größere Drachen. Wer oder was allerdings 'wild' ist, hängt wohl auch vom Betrachter ab..." Womit Morlan nun doch noch einmal ärgerlich zu dem Kuddelmuddel hinüberschaut.

MvZ

Mariks Blick wandert von seinem Gesprächspartner immer wieder nach links, um einschätzen zu können, ob sich die Situation am Kamintisch beruhigt oder weiter verschärft. Immerhin nehmen seine Nackenschmerzen durch die dauernde Bewegung nicht weiter zu.
"Meint Ihr jetzt: Es gibt drei bekannte Drachen im Raschtulswall? Oder gibt es drei Drachen in Eurem Konvent?"

OHH

Leise lacht Morlan bei dem Gedanken. "Nein, nein, im Gebrige, ganz recht. In der Akademie ist natürlich alles eher auf menschliche Größe eingerichtet, auch wenn sie durchaus von beeindruckenden Ausmaßen ist."
Da es drüben ruhiger zu werden scheint, braucht man auch nicht weiter über einen Silentium oder ähnliches nachzudenken; es wäre ohnehin mit dem Risiko verbunden, den Verrückten damit weiter aufzuregen.
Von den Worten nichts verstehend, zumal er immer weniger darauf achtet, schließt Morlan doch aus den Bewegungen, dass man sich hinauszubewegen anschickt. Damit wäre die Angelegenheit wohl erledigt und der Weg wieder frei zu einer fruchtbaren Unterhaltung.

MvZ

"Und, äh" - Marik fürchtet, sich mit seiner Unwissenheit zu blamieren, aber nur durch dumme Fragen wird man weniger dumm - "werden die Drachen der Akademie nicht gefährlich?"

OHH

Nun erst einmal wieder ganz ins Gespräch vertieft, lehnt sich Morlan entspannt zurück. "Nun, nein, man lebt weitgehend friedlich aneinander vorbei. So ein Gebirge ist ja weitläufig genug, allen Platz zu bieten. Aber es gab auch schon mal den einen oder anderen Austausch."

MvZ

"Den einen oder anderen Austausch von Freundlichkeiten oder von Kampfzaubern?" fragt Marik trocken nach.

OHH

Schmunzelnd erwidert Morlan: "Freundlichkeiten, gewiss, das versteht sich. Bloß zu diesen allein sollte man sich nicht dorthin begeben, sofern man nicht sehr redegewandt ist oder den jeweiligen Drachen auf andere Weise zu unterhalten vermag."
Nachdenklich geht sein Blick in die Ferne. "Ob jemals jemand einen Zauber mit einem Drachen ausgetauscht hat... Nun, zwischen den verschiedenen magischen Ausrichtungen der Menschen und Elfen gibt es natürlich auch hin und wieder einen Austausch, jedoch ist Drachenmagie schon etwas sehr anderes, noch fremder als jene der Kristallomanten."

MvZ

Der Eindruck einer Theateraufführung am Kamintisch verstärkt sich wieder bei Marik. Skurriles Theater? Wahrscheinlich spielt man so etwas auf den Bühnen von Vinsalt. Hier in der Provinz findet Marik es eigentlich zu avantgardistisch. Die Wirtsleute und die anderen Gäste scheinen davon auch mehr irritiert als begeistert zu sein.
Morlans Antwort erzeugt bei dem Barden den Eindruck, dass der Magier den Austausch von Kampfzaubern als gegenseitigen Unterricht interpretiert hat. Die Notwendigkeit einer Klarstellung sieht er nicht. Aber da ist schon wieder ein neues Wort, das einer Erklärung bedarf. "Kristallo... Entschuldigung, was ist ein Kristallofant?"

OHH

Trotz klarer Aussprache des Barden und konzentrierten Zuhörens bemerkt der Alte die falsche Aussprache des Wortes gar nicht. "Nun, das ist ein zauberkundiger Achaz - also ein Echsenmensch. Die nennen sich so, weil ihre Magie wesentlich auf der Nutzung von bestimmten Kristallen und Mineralien aufbaut. Übrigens eine sehr viel ältere Art als die Gildenmagie!" Vielleicht wäre das doch noch einmal eine Reise wert. Sich nur aus Büchern in der Theorie damit zu befassen, ist eben nur ein Kratzen an der Oberfläche - wobei der Süden ja unangenehm feucht und heiß sein soll.

MvZ

Marik, der schon nicht mehr weiß, in welchem genauen Zusammenhang er das mit den Kristallomaten gehört hat, fragt: "Echsenmenschen gibt es im Raschtulswall auch? Sind die nicht gefährlich?"

OHH

Wieder umspielt ein nachsichtiges Schmunzeln Morlans Lippen. "Nun, die sind so gefährlich wie die Menschen, Elfen oder Zwerge. Es kommt also auf den Einzelnen und die Situation an. Aber im Raschtulswall tauchen sie allenfalls seltenerweise vereinzelt als Reisende auf, soweit ich weiß. Sie leben ansonsten im tiefen Süden - und ich glaube, es soll eine kleine Population irgendwo im Orkland geben, aber das kann auch ein Märchen sein." Waren sie nicht vorhin schon gedanklich dort? Ach ja, der Purpurturm... Der weitere Zusammenhang will dem Alten jedoch nicht so rasch einfallen.

MvZ

Marik muss erkennen, dass er etwas entscheidendes nicht mitbekommen hat, offenbar weil seine Aufmerksamkeit zum Teil immer wieder von der Theateraufführung links von ihm beansprucht wird. Also doch kein regelmäßiger Kontakt mit Raschtuler Echsenmenschen.
"Aber es gibt doch immer wieder Geschichten von bösen Schurken, die Echsenmenschen und Orks als Handlanger verdingen, angeblich sogar hier im Lieblichen Feld. Wo kommen die dann her?"

OHH

Über so viel Unsinn kann Morlan nur etwas fassungslos den Kopf schütteln. "Schon wieder Märchen, mein Junge! Seemansgarn. Nein, dafür fehlt ja die See..." Liebfeldmannsgarn? Für einen Moment verliert sich der Alte in seiner Wortanalyse.
"Ähm, äh... Jedenfalls wäre es wohl ein recht großer Aufwand, Achaz oder Orks hier einzuführen. Einzelne mögen sich alle Jahre mal hierher verirren, aber ganze Gruppen wären doch unterwegs allzu auffällig und würden gewiss die Garde auf den Plan rufen." Er lächelt zufrieden. Mit Logik kann man jede gruselige Geschichte gut auf ihre Wahrscheinlichkeit prüfen und die meisten bequem als erdacht entlarven.

MvZ

Das muss Marik einsehen. Solche Geschichten sind tatsächlich bei genauerer Betrachtung ziemlich weit hergeholt, voller fantastischer Kreaturen und Logiklöcher. "Da habt Ihr wohl recht. Diese Geschichten sind wahrscheinlich alle ausgedacht. Ein böser Graf mit einem unterirdischen Labyrinth, ein paar Echsenmenschen hier, ein paar Orks dort, dann zum Schluss noch ein Tatzelwurm. Das klingt schon sehr nach einem Märchen.
Apropos Geschichten: Kennt Ihr das Theaterstück, das dort gerade aufgeführt wird?" Damit deutet er auf die tulamidischen Geschwister und die Leute, die sie umringen.

OHH

Verwirrt folgt Morlan dem Fingerzeig. Jene seltsame Truppe hatte er für einen angenehmen Moment ganz vergessen.
Dann hellen sich seine kurz düster gewordenen Züge rasch auf. "Theater? Ach sooo!" Das erklärt natürlich so einiges. Kurz muss er lachen. "Nein, mit solchen Schmierenkomödien befasse ich mich nicht", erklärt er abfällig den Kopf schüttelnd. "Ich ziehe allemal ein gutes Kolloquium - äh, Gespräch - vor, sei es nun wissenschaftlicher oder allgemeiner Natur."

MvZ

Schmierenkomödie? Wie eine Komödie kommt Marik die bisherige Vorstellung nicht vor. Wobei ein Drama leicht zur unfreiwilligen Komödie verkommt, wenn es schlecht gespielt wird. Da bislang niemand lacht, scheint das Ensemble aber eher zu erreichen, was auch immer es ist, was es beabsichtigt. Auch hat der Barde den Verdacht, dass das Publikum mit einbezogen werden soll, was scheinbar gelingt, da die Meute, die sich zum Ausgang bewegt, immer größer wird. Allerdings ist es für Außenstehende bei gutem Schauspiel kaum zu erkennen, wenn sich Darsteller zuvor im Publikum verborgen gehalten haben und dann als scheinbar Unbeteiligte mitmachen...
"Seid Ihr dann viel unterwegs, von Kongress zu Kongress? Oder finden diese Gespräche eher in Drakonia statt?" Dann wohl eher immer mit denselben Leuten, denkt sich Marik, so abgelegen wie das ist.

OHH

Zumal die tulamidisch-thorwalsche Schaustellertruppe nun ihren Abgang einleitet, lässt sich der Alte um so leichter von den neuen Fragen des Barden gänzlich zurück auf das Gespräch lenken.
"Ach, das Reisen fällt mir in den letzten Jahrzehnten schon recht schwer, muss ich sagen! Ich meine, gewiss war ich nie ein großer Wanderer. Bei manchen Kollegen vermeint man beinahe, sie gehörten zum Fahrenden Volke. Ich hingegen war meist eher ein Stubenhocker, aber ein paar wenige Studienreisen habe ich schon immer mal unternommen."
Er blinzelt unsicher darüber, ob er die Fragen bentwortet hat oder zu weit abgekommen ist. Drakonia... Kongresse, genau! "Auch Konvente nur selten. Aber wie gesagt: Ich war zuvor ja an zwei anderen Akademien tätig."

MvZ

Unsicher, ob Morlan ihm diese Information bereits gegeben hatte, fragt Marik: "Und im Moment seid Ihr unterwegs zu oder von...?"

OHH

Auch dem Alten ist entfallen, dass er Zweck und Ziel seiner Fahrt unlängst beiläufig mitgeteilt hat. Davon abgesehen verhält es sich bei Alltagsinformationen ebenso wie mit großen Weisheiten und geheimem Studienwissen: Wiederholung festigt.
Ohne an derlei einen Gedanken zu verschwenden, erwidert er daher: "Ich reise nach Bethana, um dort ein paar Schriften im Original einzusehen."
Da bemerkt Morlan, wie sich die Türe hinter dem abtretenden Theatervolk schließt. Obwohl er von der Vorstellung eigentlich nicht genügend mitbekommen hat, um sie inhaltlich bewerten zu können, gebietet es ihm doch die Höflichkeit, zumindest ein klein wenig zu applaudieren.

MvZ

Auf das Klatschen des Magiers hin dreht sich Marik zur Eingangstür und beginnt ebenfalls zu applaudieren. Auch wenn er - wohl mangels konzentrierter Aufmerksamkeit - nicht verstanden hat, worum es ging, sollte seiner Meinung nach Kunst stets durch Applaus und eine Gabe belohnt werden. Er rechnet damit, dass jeden Moment die Tür wieder aufgeht, die Darsteller eintreten und sich vor dem Publikum verbeugen, bevor sie einen umgedrehten Hut oder ein anderes Behältnis herumgehen lassen.

OHH

Schon ein wenig seltsam, dass sonst nur noch der Barde klatscht... Die Vorstellung hat wohl auch sonst niemanden so recht begeistert.
Dem greisen Magus ist das gleichgültig. Unbestimmt lächelnd schaut er wieder seinen gegenwärtigen Schüler und Tischgefährten an und kramt in Gedanken nach dem letzten Gesprächsthema. Es hatte vermutlich irgend etwas mit Saurologie zu tun...

MvZ

Mariks zunehmend irritierter Blick verharrt noch einige Momente an der Haustür, während sein Klatschen langsamer und leiser wird und schließlich ganz versiegt. Dass die Schauspieltruppe nicht wieder eintritt, um abzukassieren, entbehrt für ihn jeglicher Logik. Selbst wenn das Publikum keinerlei Begeisterung zeigt - wie die Tatsache, dass außer ihm und dem Magier niemand Beifall geklatscht hat, unzweideutig zeigt - so wird doch allein aus Mitleid meist das eine oder andere Kupferstück gespendet. Eine solche Gelegenheit lässt sich ein Künstler normalerweise nicht entgehen, insbesondere wenn es ihm an Talent mangelt und er folglich von der Hand in den Mund lebt.

OHH

Da der Barde noch mit applaudieren beschäftigt ist, kann Morlan in Ruhe nach unlängst Vergangenem Forschen. Achaz... Purpurturm... ach ja, der Zweck der Reise! Aber weil der liebe und wissensdurstige Sänger so freundlich auch nach Persönlichem gefragt, fällt dem Greise ein, dass es auch seinerseits noch eine Kleinigkeit zu klären gibt: "Sag mal, Junge, Schwarzer Barde ist ja wohl nicht gerade dein Rufname. Wie nennt man dich denn im Freundeskreise?"

MvZ

Nur zu gern lässt sich Marik aus dem Grübeln reißen und richtet seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen hochinteressanten Tischgenossen. Normalerweise macht er seinen Namen nicht so gern publik, aber in diesem Fall zögert er nicht zu sagen: "Marik ist der Name, den mir meine Eltern gaben..." Und ehe er sich stoppen kann, fügt er wieder eine falsche, wenn auch respektvoll gemeinte Titulierung hinzu: "...Hoher Herr... Morlan."

SR

Jorik tritt ein. Er hebt die Hand, räuspert sich kurz und spricht laut genug, dass die umliegenden Tische es hören: "Freunde, verzeiht den Aufruhr vorhin. Der junge Tulamide trägt mehr alte Schatten mit sich herum, als ihm lieb ist. Keine Bosheit - nur ein Schrecken, der ihn unerwartet erwischt hat. Vielleicht hat er auch einfach den Käse nicht so gut mit dem Alkohol vertragen."
Jorik lässt den Blick über die Runde schweifen - offen, ruhig, erklärend. Dann sucht er den Blick der Wirtin und des Wirts, und sein Gesicht hellt sich auf: "Damit wir alle wieder ein wenig entspannen können, geht die nächste Runde auf mich."

OHH

Erfreut lächelt Morlan, nun den wahren Namen zu erfahren. Auf den Grund der Dinge zu sehen, war immer ein zentraler Zweck seines Lebens. Geschmeichelt steckt er die falsche Anrede beiseite, deren Korrektheit ihm so wenig bedeutet. Etikettenfirlefanz ist anderer Leute Spielfeld - gewöhnlich solcher, die zum Wissen der Welt wenig beizutragen haben.
"Sehr angenehm!" kann er gerade noch bekunden, da werden die beiden schon wieder durch den Thorwaler unterbrochen.
Trotz der Lautstärke entgeht der nur langsam sich ansammelnden Aufmerksamkeit Morlans der Beginn dessen Rede. Dennoch wird der Kern der Aufklärung wohl offenbar: Der Tulamide ist betrunken, weil der Käse als Grundlage zu wenig war. Nun ja, sowas kann bei den jungen Leuten schon mal vorkommen.
Da er wie alle hier von dem Nordländer eingeladen wird, hebt er der Höflichkeit entsprechend seinen Becher zum dankenden Zuprosten dem Manne entgegen.

MvZ

'Aha, die Vorstellung geht weiter', denkt sich Marik. 'Das war also der Grund dafür, dass die Schauspieler sich ihren Applaus nicht abgeholt haben. Noch nicht, vielleicht ja nach dem zweiten Akt. Der Thorwaler-Darsteller hat jedenfalls eine schön laute Stimme, sodass ihn das Publikum gut verstehen kann.'
An dem Punkt, an dem eine Saal-Runde verkündet wird, kommen Marik allerdings Zweifel. Zweifel daran, ob das Ganze wirklich eine Aufführung war, und Zweifel an seinem Glück, da er schon wieder ein Getränk spendiert bekommt, während er freie Verköstigung hat.

OHH

Nachdem dem freundlichen Spender aus dem Norden genügend Anerkennung gezollt worden ist, der nun vermutlich noch ein paar Worte mit dem Wirte zu wechseln hat, wendet sich Morlan wieder Marik zu. Purpurturm, Saurologie... Schon ein wenig anstrengend, sich immer wieder an das Gespräch zurückerinnern zu müssen! So ist das eben, wenn man in der Öffentlichkeit mit all den jungen Leuten zu tu hat. Jedoch kommen natürlich auch im Lesesaal oder im Labor mal irgendwelche Störungen auf einen zu, mit denen es trotz zunehmendem Alter dennoch umzugehen gilt. Wie soll das erst werden, wenn er 130 wird!
"Ähm, ja, Bethana, genau." Im Grunde halten solche Unterbrechungen immerhin den Geist in Übung, entbehren demnach nicht eines gewissen Wertes.

MvZ

"Bethana, genau!" bestätigt Marik und nickt. Das Stichwort Bethana war vor gar nicht allzu langer Zeit gefallen, wenn der Barde auch keine Erinnerung mehr an den Zusammenhang hat. Der Magier hatte ihn aber, soweit er sich erinnert, nicht nach dem Weg nach Bethana gefragt. Also mutmaßt er: "Ihr wolltet von Bethana erzählen."

OHH

"Ach so?" Dessen vermag sich Morlan zwar nicht zu erinnern, doch besagt solches bei ihm ja wenig, wie ihm nur zu bewusst ist. Damit lässt es sich gut leben, solange es sich nur um derlei kleine Dinge von geringer Bedeutung handelt.
"Ja, nun, ich war nur einmal vor vielen Jahren dort. Kampfmagie gehört nicht zu meinen besonderen Interessensgebieten. Doch natürlich hat jede Akademie auch weitere Schriften zu Themen, auf welche sie sich nicht eigentlich konzentriert. Nach dem Wechsel in die Graue Gilde ist nun noch der eine oder andere Band hinzugekommen." Er nimmt nicht an, dass einem Barden die einzelnen Titel viel sagen werden, also belässt er es einstweilen dabei. Gewiss wird Marik selbst die Richtung vorgeben, welche ihm behagt.

MvZ

"Also", interpretiert Marik, "wart Ihr nicht vorrangig für Gespräche mit anderen gebildeten Leuten in Bethana, sondern um Bücher zu lesen."

OHH

"Oh, ganz recht", erinnert sich Morlan nun, "dies war mir entfallen: So ist es diesmal, aber damals war es umgekehrt."

MvZ

"Umgekehrt?" Marik legt den Kopf leicht schief. Morlan wird wohl kaum meinen, dass die Bücher ihn lesen wollten.

OHH

"Nun, damals nahm ich tatsächlich an irgendeinem kleinen Treffen zwischen den Akademien teil", erwidert Morlan wieder einmal mit in unbestimmte Ferne gerichtetem Blicke. "Genauer gesagt, an einer Abordnung aus Punin. Soweit ich mich erinnere, ging es wesentlich um den Bethanier. Mein Interesse und meine beizusteuernden Kenntnisse betrafen wohl eher den historischen Hintergrund."

MvZ

Marik kennt mehrere Leute aus Bethana. Nicht besonders gut, aber zumindest ist er schon mit Bethaniern ins Gespräch gekommen. Daher fragt er, bevor er zu Ende denken kann: "Welcher Bethanier?" nur um gleich anzufügen: "Ach so, Ihr meint DEN Bethanier!"

OHH

"Ja, ganz recht", bestätigt Morlan ein wenig bedrückt. "Keine schöne Zeit, aber das sind Kriege ja nie für irgendwen. Realistisch besehen, scheinen mir auch die jeweiligen angreifenden Herrscher letztendlich immer dabei etwas zu verlieren, selbst wenn sie nominell gewinnen."
Darauf sollte man etwas trinken! Morlan hebt seinen inzwischen leeren Becher, um Bedarf zu signalisieren, weiß jedoch nicht so recht, wessen Blickkontakt er aufzufischen versuchen soll.

MvZ

"Wie wahr!" sagt Marik, denkt dabei aber weniger an die Herrscher, als vielmehr die Beherrschten, die es in Kriegen ungleich ärger trifft. Aber hierüber mit Morlan zu sprechen, hält der Barde für Verschwendung. Wenn er schon einmal Gelegenheit hat, einen gebildeten und zweifellos lebenserfahrenen Magier auszufragen, dann will er sie auch nutzen, um selbst die Welt etwas besser zu verstehen.
"Wie konnte es eigentlich kommen, dass ein einziger Magier die Mächtigen Aventuriens dermaßen in Bedrängnis gebracht hat?"

OHH

Ein seltsames Schmunzeln umspielt Morlans Lippen, wie er nun mit seinem Blick zu Marik zurückkehrt. Dabei sinkt der bereits wieder vergessene Becher ab, nahegleich so langsam wie eine Feder.
"Nun, das ist ganz einfach, mein Junge: Er ist kein Mensch" - dabei entfernen sich die Mundwinkel noch ein klein wenig voneinander - "sondern ein Halbgott..."

MvZ

Mariks Augenbrauen schnellen in die Höhe. "Ein Halbgott?" ist zunächst das einzige, was er herausbringt.

OHH

Anerkennend lächelt der Greis den kaum halb so Alten mit einem Nicken an. "Sehr scharfsinnig geschlossen, mein Junge! Einige - studierte Leute! - zweifeln bis heute daran und tun andere mit einem mir unerklärlichen Hass als Spinner ab. Nicht gerade wissenschaftlich..."
Mit einem Abwinken wischt er die Gedanken an diese Unbelehrbaren fort und wechselt den Fokus auf Marik: "Aber sag mal: Hat man dich eigentlich jemals auf magische Fähigkeiten geprüft? Bei manchen Menschen liegen sie ja nur rudimentär unentdeckt verborgen..."

MvZ

Scharfsinnig geschlossen? Marik stutzt bei diesem Lob. Nun, alte Leute werden zuweilen etwas wunderlich und vergesslich. Vielleicht kann man sich auch mit Magie nicht ganz davor schützen.
"Auf magische Fähigkeiten geprüft? Nein, Dom Morlan, ich habe nie Dinge getan, die nur durch Magie erklärbar gewesen wären. Daher gab es nie einen Anlass, mich auf magische Fähigkeiten zu prüfen."

OHH

Nicht um seinen kleinen Aussetzer ahnend, konzentriert sich der Greis zur Gänze auf sein Untersuchungsobjekt, welchem er tief in die Augen schaut. "Hm, nun, nun... Dennoch mag es Fälle geben... Solches ließe sich leicht feststellen, wenn nur der Wunsch besteht..."

MvZ

Marik zuckt mit den Schultern. "Ganz wie es Euch beliebt. Aber was würde es nützen? Heißt es nicht, dass man noch ein Kind sein muss, um in einer Akademie aufgenommen zu werden?"

OHH

Ein nachsichtiges Schmunzeln umspielt Morlans Lippen. "Von einer Akademie rede ich auch nicht, mein Junge. Falls ich etwas an arcaner Kraft finde, wird es vermutlich recht wenig sein. Ich bin lediglich neugierig. Zudem mag es andere Möglichkeiten des Studiums für einen so talentierten jungen Mann geben."
Endlich lassen die Finger von dem Becher ab, den sie noch bis eben umfasst haben. "Aber da es dir nichts ausmacht..." Am besten, man beginnt ganz simpel mit einem Odem. Dass er vorhin noch aus guten Gründen davor zurückschreckte, hat der Alte längst vergessen. Mit festem Blick auf sein Untersuchungsobjekt und leicht erhobener, zu jenem weisender Hand beginnt Morlan, seine Lippen zu bewegen, ohne jedoch etwas vernehmen zu lassen.

MvZ

Marik sitzt still, während Morlan ganz offensichtlich einen Zauber auf ihn wirken will. Nun, wird schon nicht wehtun!

OHH

Ein unerwartetes Gleißen überwältigt Morlan - allein, es geht nicht von dem Schwarzen Barden aus, welcher auch bei dieser Sicht fast einen dunklen Punkt im Drumrum ausmacht. Verwundert, dann beeindruckt und zunehmend neugierig, blickt sich der alte Magus um. Bereits an einigen Stellen im Schankraum verlaufen kleine Kraftfäden, wenn auch nicht so immens, wie Morlan es vorhin noch befürchtete. Zumindest überwiegend sind sie mit dem Küchendurchgang oder vielmehr der sich dort anschließenden Räumlichkeit verbunden, von wo das meiste Strahlen ausgeht. Dem sollte man nachher noch nachgehen!
Jetzt hingegen richtet Morlan das Augenmerk zunächst wieder auf Marik. "Schade. Aber dafür habe ich eine andere Entdeckung gemacht." Die Hand ruht bereits wieder auf der Tischplatte.

MvZ

"Außergewöhnliches musikalisches Talent?" mutmaßt Marik.

OHH

Obendrein eine gute Portion Witz, mutmaßt hingegen Morlan im Stillen und lächelt vergnügt. "Nun, davon konnte ich mich ja bereits vorhin bestens überzeugen!" Gern möchte er dem Barden zuprosten, doch ein Anheben des Bechers zeugt von dessen Leere. Dunkel erinnert sich der Greis, bereits einen Versuch unternommen zu haben, eine Bedienung auf sich aufmerksam zu machen. Soweit sich erkennen lässt, muss dieser wohl gescheitert sein.
Wiederum hebt er das Trinkgefäß suchenden Blickes noch etwas höher empor, erinnert sich angesichtig des vorüberhuschenden Küchendurchganges jedoch auch an nicht gar zu weit zurückliegende Gesprächselemente. "Ich meinte allerdings vielmehr einen weiteren Hinweis auf... jedenfalls ist hier im Hause ungewöhnliche Magie am Werk, möchte ich annehmen." Dabei sinkt der Becher wieder auf den Tisch ab.

MvZ

Plötzlich zeichnen sich Sorge und Unsicherheit im Gesicht des Barden ab. "Ist das gefährlich?" fragt er vorsichtig.

OHH

"Nein, das denke ich nicht", entgegnet Morlan gelassen, "wenngleich ich erst noch einige genauere Untersuchungen anstellen muss. Ich glaube lediglich vermuten zu dürfen, dass hier keine gildenmagische Ausprägung vorliegt."
Da es wesentlich um die Ausstrahlung des Küchendurchganges geht, blickt der Magus noch einmal dorthin und sieht die Wirtin darin verschwinden. Was wollte er noch von ihr? Ach ja, etwas zu trinken. Seine Geste mit dem Becher hat sie wohl nicht mitbekommen. War der Wirt nicht eben auch noch irgendwo...?

MvZ

"Ist es echsische Magie?" fragt Marik, dem gerade wieder die vermeintliche Theatervorstellung eingefallen ist.

OHH

Nachdenlich legt der alte Magus die Linke über die Lippen. "Hm, hmmm... Schon möglich... Es scheint jedenfalls eine recht fremde und alte Präsentation zu sein." Dem Impulsgeber nun wieder direkt in die Augen schauend, überlegt er weiter: "An sich sollte man hier in dieser Gegend keine Echsenmagie erwarten, jedoch muss man bei solchen Dingen oft in viel größeren Zeiträumen denken. Womöglich gab es vor Jahrtausenden oder vor Zeitaltern hier ein Zentrum der Macht, welches noch nicht wiederentdeckt wurde. Auch ein Portal zu einer Globule wäre eine vorstelbare Erklärung."

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Redaktion und Lektorat: Oliver H. Herde im Jahre 2026