Adeptus Barde

Autoren: Matthias von Zedlitz, Oliver H. Herde und andere

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Dann endlich fährt er mit angemessener Zimmerlautstärke und einer einladenden Handbewegung fort: "Magst du dich auf ein Getränk und ein Schwätzchen setzen? Wie heißt du?" Thematisch passen beide Fragen nur bedingt zusammen, doch möchte er letztere auf keinen Fall vergessen.

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Die erste Frage des Magiers versteht Marik nicht als eine solche, sondern vielmehr als Einladung, die er nur allzu gern annimmt. Zunächst beantwortet er aber die zweite Frage, selbstverständlich mit seinem Künstlernamen "Der Schwarze Barde, zu Euren Diensten", wobei er sich erneut verbeugt, bevor er seine Laute an die Wand lehnt, fröhlich den nahesten Stuhl unter dem Tisch hervorzieht und sich zur Linken des Magiers setzt. "Habt vielen Dank, edler Herr."

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Zur Danksagung wird nur milde gelächelt; nun gehört es sich, die Vorstellung zu erwidern. Der Alte verzichtet darauf, sich hierfür vom Platz zu erheben und begleitet seine Worte mit einer angedeuteten Verbeugung im Sitzen: "Ich bin" - kurz zögert er in seiner Neigung des Kopfes und Oberkörpers innehaltend und beschließt, allerlei akademische Titel besser fortzulassen - "Morlan der Jüngere. Freut mich sehr, dich kennenzulernen!"
Da er den Barden einläd, kann das Zuschieben monetärer Anerkennung bis später warten. Es würde womöglich die Fortsetzung des Gespräches belasten.

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Morlan der Jüngere, Morlan... Marik kramt kurz in seinem Gedächtnis, ob er schon einmal von einem Morlan Geschichten oder Lieder gehört hat. Dass der sich so ganz ohne Titel vorstellt, könnte bedeuten, dass er berühmt ist und erwartet, am bloßen Namen erkannt zu werden als Hofmagier von Amene Horas, als Held der zwölf Schlachten gegen die Riesenkobolde oder als Entwickler des Schnellkoch-Zaubers, bei dem garantiert nie etwas anbrennt.
Kurz spiegelt sich Nervosität auf Mariks Gesichtszügen wider, dann fragt er zunächst einmal, wie er es in solchen Situationen zu tun pflegt: "Es ist mir eine große Ehre, edler Herr. Wie möchtet Ihr von mir adressiert werden?"

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Ein fast mitleidiges Schmunzeln huscht über Morlans faltiges Antlitz. "Nun, die offizielle Anrede wäre Magister extraordinarius oder schlicht kurz Magister oder anerkennend Dracomagus, aber du kannst mich auch einfach Morlan nennen, mein Junge."
Nach einem warmen Lächeln huscht sein Blick etwas oberflächlich durch den Schankraum auf der Suche nach einer Bedienung.

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"Vielen Dank, Dom Morlan." Marik verbeugt sich so tief, wie es die Tischplatte zulässt. "Ich schätze, als Dracomagus habt Ihr so vieles erlebt, dass man ganze Abende mit Balladen hierüber füllen könnte?"

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Ein Schmunzeln verstärkt die Falten um die Mundwinkel. "Oh, ja - allerdings vielleicht nicht ganz in deinem Sinne. Meine durchaus vielfältigen Erlebnisse trugen sich vor allem in den verschiedentlichen Akademien, ihren Bibliotheken, Laboren und Seminarräumen zu..." Möglicherweise wäre dies ja einmal Gelegenheit, ein Epos ganz anderer Art zu dichten - ohne Schwerter und Piken.

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Marik schmunzelt ebenfalls. "Nicht dass ich mich mit derlei auskennen würde", gibt er zu. "Aber ich vermute, dass Ihr doch einige Erlebnisse hattet, die es wert sind, dass man sie besingt - ein magischer Schabernack, das Kennenlernen einer hochgestellten Person, die sich dann als ganz anders herausstellt als erwartet, oder vielleicht der missratene Zauber eines Schülers, dessen Folgen die Professoren noch über Wochen beschäftigte."

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Allerlei Bilder sausen dem Alten durch den Kopf - allzu schnell, um sie gleich zu fassen, da der Barde sogleich weitere Anregungen bietet. So bleibt das letzte am eindrücklichsten zurück.
"Ja, da gibt es gewiss einiges. Wobei ich nicht weiß, ob sich das eine oder andere als Lied eignet. Vielleicht als kurzweiliger Schwank, ja."
Nachdenklich kratzt er sich an der Stirne. "Wie war das noch damals in Belhanka...?"

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Marik sieht dem alten Magier mit hochgezogenen Augenbrauen und einem Lächeln auf den Lippen an. Erwartungsvoll wartet er ab, was in Belhanka stattgefunden hat.

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"Hm, das muss jetzt schon bald 100 Jahre her sein", sinniert Morlan halblaut vor sich hin. "Jedenfalls war ich damals selbst gerade erst Adeptus minor, soweit ich mich erinnere, und noch viel mit Novizen unterwegs. Einer von denen, Brogdan soundso, war mit einem anderen in heftigen Streit geraten, mit welchem er ohnedem nie recht warm wurde. Es ging eigentlich nur um einen Folianten in der Bibliothek und wer diesen zuerst studieren dürfe. Dabei wurden sie sogar handgreiflich!"
Diesen erschütternden Umstand zu verarbeiten, benötigt Morlan eine kurze Sprechpause. Zum Glück steht noch ein Rest erkalteten Tees bereit, den er eifrig heranzieht.

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Marik folgt der Geschichte aufmerksam. In einer Ecke seines Kopfes formen sich dabei erste mögliche Liedzeilen.
Es waren zwei Novizen der Magie,
die mochten sich sowieso noch nie,
als an einem Folianten
sich beider Zörne entbrannten...
Zörne? Eine Mehrzahl von Zorn hat Marik noch nie gehört. Nein, er verwirft die Formulierung sogleich wieder.

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Ahnungslos, was er da gerade auslöst, setzt Morlan fort: "Nach meiner Erinnerung war es Brogdan, welchem dabei versehentlich ein Flammenstrahl aus der Hand entfuhr - ganz ungezielt und dilettantisch, versteht sich. Gewiss konnte er davon noch nichts vermittelt bekommen haben. So ist es auch unwahrscheinlich, dass er auf der Thesis des allgemein bekannten Zaubers beruhte. Manche Talente entdeckt man nur zufällig."
Den Tee hat er über seine Schilderung und Mutmaßungen schon wieder vergessen, obgleich der Becher doch in seiner Hand ruht.

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Marik zeigt sich begeistert und möchte den alten Herrn gern zum weitererzählen ermuntern. "Nun, das eignet sich doch mindestens schon für eine Strophe, wenn nicht sogar für ein ganzes Lied, wenn man es noch etwas ausschmückt", lobt er.

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Morlan muss erkennen, wie er mal wieder ein wenig vom eigentlichen Thema in Nebensächlichkeiten abgeschweift ist. "Moment, mein Junge, es geht noch etwas weiter!" schmunzelt er den Barden nachsichtig an. "Natürlich hat der Strahl auch was getroffen: die Bücherreihen hinter dem anderen! Das hat die Bibliothek mehrere Regale gekostet..."

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Marik gehen blitzartig zwei Eigenschaften von Büchern durch den Kopf: Brennbar und wertvoll. Mit verzogenem Gesicht kommentiert er: "Oh, das war bestimmt teuer."

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Für einige Augenblicke starrt Morlan sein Gegenüber ausdruckslos an. Irritation über den Inhalt der Aussage hält ihn so lange gefangen. Dann geht wieder ein Ruck durch ihn. "Äh, ja, das auch. Oder vielmehr weiß ich gar nicht, ob überhaupt alle Werke ersetzt werden konnten."
Nach kurzem Schieflegen des Kopfes beruhigt er sich selbst wie den Zuhörer: "Vermutlich standen wir nicht gerade bei den seltensten und kritischsten Schriften. Wir waren ja jung und die beiden Novizen." Versichernd wird genickt und gelächelt.

MvZ

Marik ist sich nicht sicher, ob die Geschichte an dieser Stelle schon endet. Um es dem Alten zu erleichtern, den roten Faden wiederzufinden, fragt der Barde: "Und was passierte dann?"

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Wieder wirkt der Greis kurz etwas verwirrt, doch dann findet er zu dem alten Gedankenstrang zurück: "Ach ja... Nun, zuerst einmal wurde natürlich von den Anwesenden und Hinzustürzenden der Brand gelöscht. Dann wurden die beiden Zankhähne einzeln weggesperrt und später über sie Gericht gehalten."
Bei einer Erkenntnis strafft sich Morlans Körper ein wenig. "Jetzt weiß ich: Es war wirklich Brogdan, der das Feuer ausgelöst hat; er musste die Akademie verlassen. Bedauerlich, aber auch gerecht", wird das Urteil abgenickt.

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Brogdan ist ein Zauber herausgerutscht, den er nicht unter Kontrolle hatte, und dann wurde er der Stätte verwiesen, in der er hätte lernen können, mit dieser ungezügelten Magie umzugehen? Das hört sich nach Stoff für eine tragische Ballade an. Aber dafür wäre es gut, noch mehr über den Protagonisten in Erfahrung zu bringen. Mit besorgter Miene fragt Marik: "Wisst Ihr, was aus Brogdan geworden ist?"

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Betrübt senkt Morlan den Blick. "Er soll bei der Dritten Dämonenschlacht gesehen worden sein." Nach einer kurzen Verzögerung hebt er die Lider, um ernst und den Barden direkt ansehend zu ergänzen: "Auf der Gegenseite!"
Ermattet lässt sich der Alte in die Lehne fallen und schüttelt sachte den Kopf. An all das hatte er lange nicht mehr gedacht.

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Marik kann es sich so gerade eben verkneifen, in Jubel auszubrechen. Das ist Stoff für eine epische Ballade! Ein Blick auf Morlan verrät ihm allerdings, dass dem gar nicht zum Jubeln zumute ist. Zum Trost sagt er: "Oh, das tut mir sehr leid." Gefühle vortäuschen gehört zum Bardenhandwerk, und so spiegelt sich das Gesagte auch in Mariks Gesichtsausdruck wieder.

SR

"Verzeiht, meine Herren", wird vom Kamintisch herübergerufen. Jorik dreht den Becher zwischen den Fingern, als müsse er sich sammeln. "Ich kam nicht umhin, Eure Unterhaltung zumindest teilweise mitzuhören. Wenn Ihr von der Trollpforte sprecht... nun... ich war dort."
Ein tiefer Atemzug. "Und ich habe Männer gesehen, die ich für Freunde hielt - auf der falschen Seite. Manche aus freien Stücken. Manche... nicht mehr Herr ihrer selbst." Er hebt den Blick, ernst, aber nicht anklagend. "Wenn Ihr also sagt, jemand sei auf der Gegenseite gewesen... dann solltet Ihr wissen, dass das nicht immer bedeutet, was man glaubt. Zumindest nicht aus meiner Erfahrung."

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Nach einem schweren Luftholen möchte Morlan gerade noch etwas hinzufügen, als vom Kamintisch etwas herübergerufen wird. Zwar muss er sich erst einmal darauf einstellen, doch der mutmaßliche Thorwaler drüben spricht ja genügend, um zumindest den Schluss mitzubekommen. Nachteilig ist nur die Entfernung, welche die Akustik trotz seiner kräftigen Stimme etwas erschwert.
Nach einigem Blinzeln und Besinnen, bei welchem Morlan die Wortfetzen zusammensetzt, erwidert er noch etwas unsicher und ohne besondere Lautstärke anzustreben: "Vermutlich hast du recht. Jedenfalls war es eine kurzsichtige Entscheidung."

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Marik dreht dich zu Jorik um, als dessen kräftige Simme herüberschallt. Die Antwort des jüngeren Morlan fällt allerdings so leise aus, dass der Barde sich unsicher ist, ob sie bis zum Kamintisch durchdringt. Daher unterstützt er das Gesagte durch Nicken und einen nach oben gerichteten Daumen.

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"Zum Lehren gehört eben nicht allein fachliche Kompetenz", ergänzt Morlan noch, wobei er etwas verbittert klingt. Dass einer - oder vielleicht auch ein zweiter - seiner Höhrer nicht am Tisch sitzen, scheint er bereits wieder vergessen zu haben.

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"Fürwahr, fürwahr", bestätigt Marik - jetzt wieder dem Magier zugewandt - mit mehrfachem Nicken. Nun möchte er seinem Gesprächspartner aber wieder zu besserer Laune verhelfen und sagt: "Aber Ihr habt gewiss auch angenehmere, vielleicht sogar lustige Erinnerungen."

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Jorik atmet einmal tief durch, vertreibt die Schatten der Trollpforte aus seinem Kopf und richtet sich wieder auf. Mit einem warmen, fast entschuldigenden Lächeln wendet er sich Seysshaban zu.

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Entgegen dem vorherigen Eindruck schaut Morlan doch noch einmal zum Kamintisch hinüber. Also keine Hörer von dort. Fast ein wenig schade; er vermisst seine Seminarräume, in welchen er so gerne vor sich hin doziert. Den meisten Novizen scheinen seine Ausführungen zu gefallen, wenngleich man nie die Gedanken lesen kann - beziehungsweise dies halt nur eben einfach üblicherweise nicht tut. Jedenfalls würden die beiden schon herüberkommen, wenn sie weitergehendes Interesse verspürten.
Seine Brauen hebend, gilt sein Blick wieder dem Schwarzen. "Lustig...?" Als erstes fällt ihm ein Schreibfehler ein, über welchen er neulich in einem Folianten über magische Fortbewegungsarten stolperte. Bisweilen können einzelne fehlende Buchstaben oder eine falsche Worttrennung den Sinn eines ganzen Satzes entstellen.
Jedoch meint der Barde gewiss wiederum zwischenmenschliche Geschehnisse. "Ja nun, in einem langen Leben kommt freilich alles wenigstens einmal vor. Da wäre beispielsweise Ansgar Blentforst, dem gewöhnliche Zauberstäbe zu sperrig und unhandlich erschienen. Drum suchte er, sie ohne Wirkungsverlust zu verkleinern - etwa auf das Format eines - na, wie heißt das Zeug - R... Rhabarber, ja!" Dabei hält er die Zeigefinger die Länge andeutend vor sich einander gegenüber und grinst breit. Die Vorstellung allein ist schon zu komisch!

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"Also etwa so groß wie ein Dirigentenstab", merkt Marik an. Lustig findet er die Vorstellung zwar nicht, bemerkenswert aber schon. Die Zauberstäbe, die ihm bislang als solche bewusst waren, hatten alle eine Größe, die eine Zweitnutzung als Wanderstab erlaubten, oder gar eine Drittnutzung als Kampfstab.
"Und hat es funktioniert?"

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Offensichtlich muss sich der Greis ein Lachen verkneifen. "Weitgehend, natürlich, wenn dies auch kein standesgemäßer Anblick war, welcher bei der Erstdemonstration vor der versammelten Akademie zu Punin einige verständnislose Gesichter hervorrief.
Kurios wurde dann die Ausführung." Kurz hält Morlan eine Hand vor dem Mund um sich zu fassen, dann gluckst er: "Als er sein Zauberstäbchen schwang, entglitt es seinen Fingern und" - nochmal muss er pausieren, diesmal um Atem ringend - "in hohem Bogen" - seine Hand wirbelt den Flug simulierend umher - "verschwand er aus dem Fenster!" Nun biegt sich Morlan vor lachen und zeigt erneut seine ausgedünnten Zahnreihen.

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Marik stellt sich die Szene vor, wie einem respektgewohnten Magier der geschrumpfte Zauberstab entflutscht und durchs geöffnete Fenster fliegt. Diese Vorstellung und das ansteckende Lachen des Alten lassen ihn nun ebenfalls losprusten und auf den Oberschenkel hauen. "Das ist gut. Das ist... zu gut."

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Da es statt Intervention nur fröhliche Teilnahme gibt, kann sich Morlan noch ein Momentchen seiner Erinnerung und einem meckernden Kichern hingeben. Nebenbei reibt er unbewusst am Daumenballen, welcher durch die Bewegung trotz warmen und trockenen Wetters ein rheumatisches Unwohlsein verspürt, was der guten Laune des Alten jedoch keinen merklichen Abbruch tut.

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"Eine herrliche Geschichte", lobt Marik, nachdem die Lautstärke des Lachens nachgelassen hat. "Daraus lässt sich bestimmt ein lustiges Lied dichten."
Die fröhliche Stimmung nutzend wagt der Barde es, eine Frage zu stellen, die ihn beschäftigt hat, seit der Magier sich ihm vorgestellt hatte: "Ich nehme an, dass Morlan der Ältere Euer Vater oder Ahne war. Kennt Ihr über ihn auch Geschichten, die Ihr zu erzählen bereit wäret?"

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Morlans Mimik wandelt sich zu einem Ausdruck des Bedauerns. "Das tut mir leid, mein Junge, aber Morlan der Ältere war schlicht ein Magier vor gut zwei Jahrhunderten, von welchem ein paar kleinere Schriften der Bewegungsmagie und Geistreisen erhalten sind. Diese Unterscheidung dient also vor allem der in Fachkreisen..."

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"Also gibt es in der ganzen Geschichte Aventuriens nur zwei Magier namens Morlan, die Bücher veröffentlicht haben, und Ihr seid einer davon? Worüber habt Ihr geschrieben? Falls es möglich ist, dies einem Laien zu erklären."

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Auf diese Frage hin hebt Morlan bedeutungsvoll die Brauen und richtet sich einatmend auf. Wo fängt man da an! Gewiss nicht mit kleineren Aufsätzen von nur 50 Seiten! Es scheint ratsam, zunächst einen Überblick zu vermitteln.
"Nun, da ist über die Jahre einiges zusammengekommen. Thematisch habe ich mich - analog zu den verschiedenen besuchten Akademien - mit recht verschiedenen Gebieten. In jungen Jahren waren dies ebenfalls Bewegungszauber, wenn mich damals nebenbei auch die Kräuterkunde durchaus interessiert hat. Später in Punin weitete ich breit aus, insbesondere auf Magietheorie - für den Laien vermutlich ein eher uninteressantes Feld..." Er lächelt und gibt innehaltend Gelegenheit für eine Reaktion des Barden.

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Marik lächelt verschmitzt. "Ich weiß nicht. Die einzige Art, auf die ich mich mit Magie beschäftigen kann, ist rein theoretisch."

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Mutmaßlich entspricht Morlans Schmunzeln genau des Barden Absichten. "Gewiss! Allerdings..." Vermutlich hat er sowieso verstanden, wie es gemeint war. Dann wären Erklärungen unnötig. Andererseits darf man nie Vermutungen als zutreffend voraussetzen.
"Nun ein recht gelungener Titel war 'Überlegungen zu arcaner Levitation im Hinblick auf das Objekt'..."

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"Arcane Levitation? Gibt es denn auch eine Möglichkeit, ohne Magie Dinge schweben zu lassen?" Er betont die Wörter 'arcane' und 'ohne' bei dieser Frage. Bosparano ist zwar nicht die größte Stärke des Barden. Aber da der 'Junge' auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, ist er genügend vielen Magiern begegnet, um den Titel zu verstehen.

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Beeindruckt über das Verständnis seines Hörers heben sich die grauen Brauen. Dann lächelt Morlan nachsichtig. "Ja, selbstverständlich! Von den Fähigkeiten mancher Lebensform mal ganz abgesehen, gibt es immer wieder ernstzunehmende wie alberne Versuche von Bastlern, beispielsweise Fluggleiter zu konstruieren." Einigen wenigen davon musste er sogar zusehen - und über die Ergebnisse den Kopf schütteln.

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"Tatsächlich?" Marik sieht Morlan verblüfft an. "Wozu sollte jemand so etwas versuchen, wenn es doch Magier gibt, die es können? Ist das nicht völlig überflüssig?"

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Nunmehr ziehen sich Morlans Mundwinkel noch breiter zu einem Schmunzeln auseinander. "Dafür gibt es wenigstens zwei sehr gute Gründe", beginnt er zu dozieren. "Zum einen ganz schlicht den Mangel arcaner Kraft bei einem selbst. Was nutzt es dir, wenn jemand anderes fliegen kann!"
Man könnte meinen, dies sei eine direkte Frage an den Barden, da sich der Alte dabei ein wenig vorbeugt, als wolle er seine Stirntatauierung darbieten. Tatsächlich jedoch belegt er sein Gegenüber mit einem prüfenden Blick.

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Marik zuckt mit den Schultern, während er nickt und mit der rechten Hand ein wenig fuchtelt, als wolle er sagen, das sei ein valides Argument, das er nicht bedacht hatte. Sprechen tut er nicht, da der Magier offenbar noch einem zweiten Punkt anbringen möchte.

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Eine zufriedenstellende Reaktion, welche da gezeigt wird. Mehr ist eigentlich nicht nötig. Aber auf was wartet er eigentlich? Stimmt, irgend etwas war noch zu sagen...
Dann springt Morlans Gedächnis diesbezüglich wieder an und er setzt fort: "Eine weiter Motivation könnte schlichtes Interesse sein, Neugier - Forschergeist!" Eine stille Begeisterung schwingt in der vermittelten Lehre mit, wobei sich ein Zeigefinger Achtsamkeit gebietend ein wenig erhebt.

MvZ

"Nun gut", gibt sich Marik endgültig geschlagen. "Aber Ihr spracht von arcaner Levitation. Oder vielmehr habt Ihr davon geschrieben. Und dass sie vom Objekt abhängt, wenn ich mir das richtig gemerkt habe, oder von dessen Eigenschaften. Meint Ihr damit die Größe, das Gewicht, die Form oder vielleicht ob sich das Objekt bewegt?"

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Freundlich anerkennend wird genickt. "Ja, ganz recht." Offenbar soll dies alle genannten Faktoren bestätigen.
Nach einem Moment der Besinnung ergänzt der Alte die Aufzählung: "Ferner - besonders entscheidend - lebend oder tot, wovon jeweils weitere Unterkriterien abhängen können, jedoch ebenso in Einzelfällen interessant die Farbe und Oberflächenbeschaffenheit sowie gegebenenfalls die innewohnende Kraft, mit welcher unter Umständen eine Reaktion erfolgen könnte, insbesondere bei Unachtsamkeit, aber auch an gewissen Orten."
Offenkundig genießt Morlan die Unterhaltung außerordentlich. Nicht nur sein Ausdruck zeugt von Ausgelassenheit; der gesamte Körper wirkt zunehmend lebendig. Selbst die Haut scheint sich zu erholen wie unter dem Einfluss wohltuender Salben. Jedenfalls gewinnt er auch etwas an Tönung.

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Marik ist baff, was bei der Zauberei alles eine Rolle spielt. Dabei sieht es immer so einfach aus, wenn ein Magier die arkanen Muskeln spielen lässt. Kein Wunder, dass die Zauberfertigen in einer Akademie studieren müssen und alle Gelehrte sind.
Wobei... "Wie machen das eigentlich die Elfen und andere Zauberkundige, die nicht das Glück hatten, an einer Akademie ausgebildet zu werden? Die kennen solche fachkundigen Artikel vielleicht gar nicht und wissen dann auch nicht, wie es richtig geht."

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Morlan lacht leise. Fast meint er die eine oder andere Stimme eines Kollegen zu hören. "Nun, diese Meinung ist tatsächlich in meiner Zunft recht verbreitet. Befasst man sich hingegen näher mit solch wilderen Formen magischer Künste und Lehren, stellen sich die Verschiedenheit und die speziellen Eigenarten heraus.
Nehmen wir gleich die genannten Elfen als Beispiel. Gewiss ist es eine der Gildenmagie besonders fernliegende Art der Kräftewirkung - in vielem verwandter immerhin als die echsische, wie mir scheint. Bei den Elfen spielen Intuition, Musik und das Miteinander mit der Umgebung hervorstechende Rollen. Aus Blicken auf diese Schule habe ich auch einen Großteil Anregungen und Einsichten bezüglich der Mitwirkung der Umwelt auf Formeln auch der Gildenmagie erhalten. Manche erklären allerlei Schwierigkeiten in der Umsetzung."
Zwischendurch scheint Morlan seinen Zuhörer zu bemerken. Es ist schon ein kleiner Unterschied zum Schreiben eines Buches. Gerade die Reaktionen der Hörer können bisweilen wahre Erkenntnisse der Materie hervorrufen. So wird dem Barden ein freundlicher Blick geschenkt.

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Mariks Kopf schwirrt bei dem Versuch, zu begreifen, was Morlan der Jüngere ihm da zu verstehen geben will. Er ist schon drauf und dran, aufzugeben und zu sagen, dass dies nun doch zu hoch ist für jemanden, der selbst keinen Funken astrale Kraft in sich trägt, als ihm ein Gedanke kommt. Seine Mine, die zunehmend geistige Anstrengung erkennen ließ, hellt sich auf einmal auf.
"Ist es vielleicht so wie die Amsel die schönsten und abwechslungsreichsten Tonfolgen von sich geben mag, obwohl sie noch nie etwas über Tonlagen, Rhythmik, Takt oder den dramatischen Spannungsbogen im Aufbau einer Ballade gehört hat?"

OHH

Große Augen starren den Barden ob dieser vollkommen neuen Betrachtungsweise an. Amsel!? Ein rascher Blick versichert Morlan, es hier nicht mit einem Spitzohr zu tun zu haben.
Aber klug ist er, der Junge! Er verfügt über Assotiations- und Einfühlungsvermögen und ein offenes Augenmerk für die Welt. Wenn solches doch nicht so vielen magiebegabten Schülern fehlte! Und selbst manchem Akademieleiter.
"Es ist wohl vergleichbar, ja. Wobei die Amsel allein schwerlich einem Orchester ernstzunehmende Konkurrenz bereiten wird. Jedoch vielleicht im Verbund mit einer ganzen bunten Vogelschar und anderen Tieren und Geräuschen des Waldes. Mir hat tatsächlich vor einigen Jahrzehnten einmal ein Elf eine solche Stimmung näherzubringen versucht. Es ist wohl so, dass man für jede Art von Magie oder auch Musik andere Voraussetzungen mitzubringen hat, über welche jeder Mensch oder Elf unterschiedlich verfügt.
Mit deiner musikalischen Kunst bist du einem Elfen vielleicht näher als einem greisen Gildenmagus." Was Morlan daran erinnert, dass er dem Guten ja ein feines Trinkgeld geben wollte. So geht die Hand wieder zum Beutelchen.

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Ach ja, Elfen mit ihrem zweistimmigen Sologesang! Marik hatte schon immer den Verdacht, dass diese Spitzohren schummeln, indem sie Magie dafür einsetzen. Glücklicherweise ist elfischer Dschiss ungeeignet, bei menschlichen Festen und in Kneipen für Stimmung zu sorgen. Aber einmal hat er auf einem Bardenwettstreit mit einer Elfe zu tun gehabt, die offenbar eine klassische Ausbildung genossen hatte und alle anderen Teilnehmer in Grund und Boden sang. Das war erschreckend!
Marik ist so in Gedanken, dass ihm des Magiers Bewegung, um an seinen Beutel zu greifen, nicht bewusst auffällt.
"Oh, glaubt mir, Dom Morlan, Ihr seid mir viel näher als jegliches Individuum aus dem Elfenvolk. Jene sind meist schön anzusehen und machen auf ihre Weise auch bemerkenswerte Musik, aber sie sind mir stets fremd geblieben ob ihrer Wesensart."

OHH

"Fremd, ja, nun..." Nachdenklich wiegt Morlan sein Haupt, wodurch es leise im Nacken knirscht. Vereinzelt habe ich welche kennengelernt, die ich alle nicht als meine besten Freunde bezeichnen würde. Dennoch vermochten sie mich gewöhnlich in der einen oder anderen Weise zu beeindrucken und mich für sie einzunehmen. Sie sind nicht schlecht - nur eben anders. Manche Weisheit lässt sich auf den Menschen übertragen."
Endlich hat er den Beuten aufgeknüpft und holt offenbar wahllos ein paar Münzen daraus hervor, die er nun im dicht an die Augen geführten Handteller verstreut betrachtet.

MvZ

Marik beherrscht sich und bietet dem Greis, der offenbar noch schlechter ohne Seehilfe klarkommt als er selbst, nicht an, seine Münzen zu sortieren - eine beliebte Methode, um alte Leute unauffällig um ein paar kleinere Münzen zu erleichtern. Stattdessen nutzt er die Auskunftsfreude des Magiers aus, um sich weiterzubilden, und fragt: "Gibt es keine magische Möglichkeit, die eigene Sehfähigkeit zu stärken?"

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Wie aus tiefem Studium gerissen, hebt Morlan das Haupt und schaut sein Gegenüber zunächst etwas geistesabwesend wirkend an. Dann hüpfen die Brauen. "Ja, gewiss, es gibt alles für alles, wenn man sich genügend damit beschäftigt - allerdings nichts, was permanente Verbesserungen erzielt. Mir persönlich genügt..." Sein Blick huscht über den Tisch, dann an die Hüfte, wo der zweite Beutel kugelrund seinen Inhalt andeutet. Wann hat er sie denn weggesteckt? Vermutlich während des Gesangsvortrages.
Etwas achtlos werden die Münzen auf den Tisch geklatscht, damit beide Hände sich mit dem erneuten Zutagefördern des Artefaktes beschäftigen können. "Warte einen Moment..."

MvZ

Marik beobachtet das seltsame Treiben des Magiers und fragt sich, was der wohl sucht. Keine permanenten Verbesserungen durch Magie, schwingt in seinem Kopf nach. Aber moment mal!
"Heißt, dass Heilzauber auch nur eine Zeit lang wirken und eine Wunde danach wieder aufgeht?"

OHH

Morlan hält mit allem inne, dann schaut er wiederum beeindruckt anerkennend auf. "Ja, da hast du eine gewisse Ausnahme gefunden, könnte man meinen! Du wärest ein guter Schüler mit großartigen Aussichten!"
Wie zuvor die Münzen scheint nun die Kugel vergessen, da sich die Hände entspannen. "Magietheoretisch ein durchaus interessantes Feld, welches du da ansprichst. Bei angeregtem Wachstum, zu welchem man in unserer Betrachtung die Heilung getrost zählen kann, scheinen die Körper - ob nun menschlich, elfisch, tierisch, pflanzlich - schlicht eine Hilfe zu erhalten, selbst tätig zu werden. Man kann es auch als Beschleunigungszauber sehen. Jemand, der durch einen Axxeleratus schnell rennen konnte, versetzt es nicht an den Ort zurück, an dem er loslief, bloß weil der Zauber endet."

MvZ

Marik fragt sich langsam, für wie jung der Magier ihn hält, da er das mit dem guten Schüler schon wieder erwähnt. Dass magische Heilung doch einen dauerhaften Effekt erzielt, beruhigt ihn. Schließlich könnte es ja vorkommen, dass er irgendwann einmal auf magische Weise geheilt wird. Dieser Axel Erratus, von dem Morlan da erzählt, ist ihm jedoch nicht geläufig. Wahrscheinlich wird es sich um einen Kollegen des alten Magiers handeln.
Manchmal wirkt man am klügsten, wenn man die Klappe hält. Und so nickt Marik nur verständig.

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Anscheinend ist das Prinzip durchschaut worden, so nickt auch Morlan zufrieden.
Da er hierzu also nichts mehr sagen muss, irrt sein Blick suchend nach gewiss fallengelassenen Roten Fäden umher und bleibt an den Münzen hängen. "Ah ja! Ich wollte dir ja noch eine Anerkennung für deinen formidablen Gesangsvortrag überreichen. Und eingeladen habe ich dich auch, wenn ich es mir nicht einbilde." Leider kann er auf Anhieb keinen Angehörigen des Wirtshauspersonals entdecken, also macht er sich wieder über das Geld her, welches bunt gemischt Werte des Alten ebenso wie des Neuen Kaiserreiches enthält.

MvZ

"Oh", bemerkt Marik erfreut, "das ist sehr freundlich von Euch." Das Wort 'großzügig' spart sich der Barde noch auf für den Zeitpunkt, wenn er weiß, wieviel Geld sein angenehmer Gesprächspartner ihm überlassen will.
"Und Euer Gedächtnis arbeitet tadellos. Das mit der Einladung bildet Ihr Euch keinesfalls ein", lobt Marik mit einem Lächeln und in freundlichem Ton, wobei er weiterhin darauf achtet, etwas lauter als gewöhnlich zu sprechen.

OHH

"Ah, gut", murmelt der ALte noch mit den Zahlungsmitteln befasst, um dann etwas lauter anzufügen: "Fühle dich jederzeit frei, die Bedienung heranzuwinken, wenn du eine erspähst." Wieviel soll es denn nun sein? Was sind die üblichen Sätze für einen Barden? Leider kann Morlan nicht mit den Gehältern von Hofmusikern vergleichen, da er diese ebenfalls nicht kennt. Der Zeitaufwand war vordergründig ja gering, aber natürlich bedurfte es zur heutigen Präsentation jahrelanger Übung mit Stimme und Instrument, umfangreicher Erfahrung und der eigentlichen Textung. Hinzu kommen Ausgaben wie die Anschaffungskosten für die Laute, Reisegelder, Abnutzung der Kleidung.
Bedenkt man noch, welche Freude er bereitet hat, ist er kaum bezahlbar, wäre selbst ein Goldstück kaum zuviel. Andererseits könnte ihn dies verlegen machen oder ihm ein unwillkürliches Verpflichtungsgefühl aufzwingen, zumal er ja auch noch eine beliebige Mahlzeit bekommt.
"Sind dir zwei Silbertaler recht?" fragt er freundlich den Künstler anblickend, wobei er solche mit Mittel- und Zeigefinger zu ihm hinüberschieb

MvZ

"Oh, mehr als recht", antwortet Marik gut gelaunt. Während er die Münzen greift und einsteckt, fügt er hinzu: "Vielen Dank für Eure Großzügigkeit."
Marik blickt über seine linke Schulter zur Theke hinüber, kann jedoch nicht sofort Blickkontakt mit Wirtsleuten aufnehmen und spürt nach kurzem ein unangenehmes Ziehen im Nacken. Nein, der Jüngste ist er beileibe nicht mehr. So sieht er wieder zu Morlan hinüber und meint: "Es wird schon noch jemand kommen. Oder soll ich zur Theke gehen und eine Bestellung für Euch aufgeben?"

OHH

Milde lächelnd erwidert Morlan: "Ich selbst habe ja schon gegessen - inklusive eines kleinen Nachtisch-Häppchens. Nachher muss ich noch fragen, ob man den Käse erwerben kann. Und vielleicht ein Bier, aber das eilt nicht. Die Frage ist also eher, wie hungrig DU bist..."

MvZ

"Ich halte es schon noch ein Weilchen aus", beruhigt Marik seinen Gönner. "Ehrlich gesagt, ist ein voller Bauch dem Gesang auch eher abträglich. Kennt eigentlich die Jubilarin, Siona?"

OHH

Verständig nickt Morlan. Selbst lesen, schreiben oder im Labor experimentieren fallen gesättigt schwerer.
Dann hebt er die Brauen. "Vermutlich werde ich sie heute schon gesehen haben? Ich kenne die Leute des Hauses nicht näher. Aber was jubiliert sie denn - ich meine, was wird denn gefeiert?"

MvZ

Gedanklich geht Marik den Anfang seines Liedes für die Köchin durch. Das fängt aber gar nicht mit 'Siona' an! "Moment, nicht Siona, sondern Sarina! Dieser Alrik erwähnte aber auch eine Siona. Das muss dann wohl die Frau Wirtin sein."

OHH

Morlans Brauen und Mundwinkel heben sich zu einem belustigten Schmunzeln. "Demnach ist die Jubilierende nicht die Wirtin", stellt er aus dem Gehörten nüchtern fest.
Seine suchenden Augen können jedoch weder die eine noch die andere, noch den Wirt oder 'diesen' Alrik erspähen. "Wie viele Bewohner hat das Haus denn eigentlich?" überlegt er halblaut. "Und wo stecken die alle?"

MvZ

"Keine Ahnung, mindestens vier", antwortet Marik, dessen Ohren noch besser funktionieren als seine Augen. "Und der Grund für die Feier ist anscheinend das Dienstjubiläum als Köchin." Damit hofft Marik, alle offenen Fragen beantwortet zu haben. "Ich dachte zunächst, es ginge um ihren Tsatag."

NW

Tesden hat offenbar alle anstehenden Fragen mit der schönen Halbelfe geklärt und geht wieder Richtung Tresen, um ihren Wein zu holen. Dabei lässt er die Augen über die Schankstube schweifen und fängt damit den Blick des greisen Magiers ein. Sofort schwenkt er in seine Richtung ab.
"Wie kann ich Euch behilflich sein?" "Soso", nimmt Morlan die Informationen nüchtern entgegen, "wie alt wird es d...?" Doch das Auftauchen des Wirtes aus den Unschärfen des Schankraumes - stimmt ja, er stand vor geraumer Zeit bei der edlen Halbelfin - lässt die Worte und Gedanken des alten Magus in neuen eigenen Undeutlichkeiten verschwimmen.
"Äh, ach..." Er verweist mit einer Bewegung auf seinen Tischgefährten. "Wir wollten für ihn bestellen - beziehungsweise für mich zudem ein schlichtes Bier, gern aus der Gegend."

MvZ

Marik hofft darauf, mit dem Wirt ein besonderes gutes Verhältnis dadurch aufzubauen, dass er sich von einem zahlenden Gast einladen lässt, obgleich ihm ja freie Verköstigung versprochen worden ist. "Für mich bitte einen verdünnten Wein, wenn's recht ist." An Morlan gewandt erklärt er: "Bier führt bei mir zum Aufstoßen, und das kann ich mir als Sänger nicht leisten."

NW

"Ein lokales Bier und ein verdünnter Wein, kommt sofort." Tesden nickt den Herren noch einmal zu, bevor er dann doch hinter dem Tresen verschwindet und beginnt, die Getränke abzufüllen.

OHH

Nicht einmal ein kleines Häppchen vor dem Auftritt? Nun, das muss der Barde schon selbst entscheiden.
Verständnisvoll wird genickt. Missliebige Körperreaktionen sind dem alten Manne alles andere als fremd. "Sowas kann auch schon mal einen Zauber oder ein Experiment stören..."

MvZ

"Tatsächlich?" bemerkt Marik erstaunt. "Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Vielleicht sollte ich ein Lied dichten über einen Magier mit Schluckauf. Was kann denn da so passieren?"

OHH

"Du hast ja possierliche Ideen!" schmunzelt der Magister. "Aber ich bin sicher, das wird wiederum ein sehr hörenswertes Stück."
Kurz kratzt er das Haupt durch das schüttere Haar hindurch. "Nun, was kann passieren...? Alles mögliche! Im Normalfall mag der Zauber einfach ein weniger gutes Ergebnis erzielen. Doch gerade, wenn es um Genauigkeit geht... Stell dir vor, du möchtest etwas treffen, sei es mit einem Flammenstrahl oder... Bei einem Motoricus bewegt man Dinge. Gewiss ist es nicht eben leichter, mit einem schwebenden Schlüssel ein Schloss auf die Entfernung zu treffen, wenn einen der Schluckauf plagt oder ein Jucken irgendwo.
Aber ich verliere mich schon wieder! Du möchtest ja etwas hören, das für ein Lied taugt..." Sinnierend verliert sich sein Blick an der Decke.

MvZ

Das klingt doch schon mal vielversprechend: ein Flammenstrahl, der einen Kollegen trifft, ein Objekt, das versehentlich zum Fenster hinausbewegt wird. Marik schaut den Magister auffordernd an, damit er weitererzählt.

OHH

Den Kopf in die eine Hand gestützt, mit den Fingern der anderen auf der Tischplatte tippelnd grübelt Morlan nach einer weiteren Jahrzehnte zurückliegenden Begebenheit. War das schon Punin? Für die Geschichte freilich ist dies gleichgültig.
"Nun, nun... Lass mich überlegen... Soweit ich erinnere, gab es da eine Magistra, welche beim Versuch einer Beschwörung - keiner Invocation", beruhigt Morlan seinen eifrigen Hörer, "sondern es ging wohl darum, ihren verstorbenen Urgroßvater zu konsultieren - von einem heftigen Niesen überfallen wurde. So erschien ihr anstatt des gewünschten Ahnen ein Wasserkobold oder anders Klabauter. Also im Ergebnis eine Herbeirufung statt einer Beschwörung.
Du kannst dir vorstellen: Er war gar nicht erbaut!" Zunächst schaut der Alte sein gegenüber sehr ernst an, doch nur für kurz; dann setzt sich rasch ein breites Grinsen durch.

MvZ

An dieser Stelle der Erzählung schaut Marik unverständig drein. "Unter einem Urgroßvater kann ich mir noch etwas vorstellen. Was einen Wasserkobold erbaut, da fehlen mir jedoch die persönlichen Erfahrungen."

OHH

Auch Morlan hat - so ganz allgemein - noch nicht darüber nachgedacht, was derlei Kreaturen wohl besonders mögen könnten. Die Begegnungen mit ihnen halten sich trotz seines langen Lebens in übersichtlichen Grenzen.
"Nun, gewiss... Ich bin da auch kein Fachmann. Dennoch lässt sich wohl nachvollziehen, dass man nicht gern durch einen Zauber ungefragt irgendwohin versetzt wird. Ein wichtiger Punkt, weswegen ich mich in dieses Gebiet auch nie sonderlich eingelesen habe."
Mit leisem Knirschen des Nackens wiegt der Alte sein Haupt ein wenig zu den Seiten, dann fährt er fort: "Jedenfalls soll er sehr geschimpft haben, und natürlich hat er seinen Unmut an den Beschwörungsutensilien ausgelassen, was ich ihm in Summe als genügsam und nachsichtig anrechnen möchte."

MvZ

Marik glaubt zu verstehen, dass Morlan vom eigenen Ungeschick und nicht von dem eines Kollegen erzählt hat. Nichtsdestotrotz ist er doch neugierig geworden. "Wie sieht so ein Wasserkobold eigentlich aus?"

OHH

Wieder heben sich die Brauen. "Nun, es gibt wohl recht verschiedene Formen. Bei den Klabautern darf man meines Wissens davon ausgehen, dass sie sich wie Seeleute kleiden. Nur bin ich noch keinem begegnet. In Punin besuchte uns vereinzelt ein grünhäutiger Kobold. Sehr große, spitze Ohren sind wohl häufig..."

MvZ

So richtig kann sich Marik immer noch kein Bild machen. In seiner Vorstellung sehen Kobolde so aus wie Goblins. Ein Goblin mit Seemannskleidung? Wahrscheinlich, denkt sich der Barde, mangelt es ihm nur an Vorstellungskraft.
"Ist so ein Kobold gefährlich?"

OHH

Urgroßväterlich schmunzelnd rückt sich Morlan ein wenig auf dem Stuhl zurecht. "Tja, nun... Gewiss ist er das! Koboldmagie ist sehr mächtig und noch lange nicht vollständig erforscht. Allerdings liegt diesen Wesenheiten eher daran, Schabernack zu treiben. Gewöhnlich werden sie Menschen keinen ernstlichen Schaden zufügen."

MvZ

"Also..." Eher harmlos, wollte Marik schon sagen. Aber so würde man auch keinen hochgerüsteten und bewaffneten Krieger bezeichnen, und wenn er noch so götterfürchtig und gutmütig ist. Stattdessen nutzt Marik aus, hier mit einem Experten zu sprechen - auch wenn dieser seine Expertise verneint - um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. "Also wie verhält man sich am besten, wenn man einem Kobold begegnet?"

OHH

"Ach herrje!" ist Morlans erste Reaktion, da er sich mit dieser Frage dann doch etwas überfordert fühlt. Nachdenklich wiegt er den Kopf.
"Nun, nun", beginnt er nach etwas Überlegungszeit, "ich habe diese Not ja noch nicht oft gehabt... Zudem gibt es wie bei den Menschen natürlich unterschiede. Gewiss ist es immer ratsam, auf sie einzugehen. Wenn sie Scherze treiben, lacht man eben mit - sofern man kann. Zum Beispiel."

MvZ

"Also biedert man sich am besten bei ihm an", schlussfolgert Marik und ist beruhigt. Darin hat er Übung.

OHH

Ganz zufrieden wirkt Morlan damit noch nicht, denn er verknautscht ein wenig sein Gesicht und wiegt wieder leicht das Haupt. "Ja, schon irgendwie, aber besser nicht zu offensichtlich. Ich glaube nicht, dass sie Unterwürfigkeit und Schleimerei erzielen."

MvZ

Das klingt schon komplizierter. Aber vielleicht kann man eine Begegnung mit Kobolden ja ganz vermeiden. Marik beugt sich fast verschwörerisch zu Morlan vor und sagt, leiser als zuvor, dafür langsamer und besonders deutlich: "Und wo besteht die Gefahr, auf Kobolde zu treffen?"

OHH

Auch Morlan verringert den Abstand seinerseits und lauscht angestrengt mit leicht zusammengekniffenen Augen. Geräusche und Sprachfetzen im Hintergrund erleichtern das Verständnis nicht, aber durch nochmaliges Anhören im Geiste wird die Frage des Barden eindeutig.
"Fast überall, möchte ich annehmen. Vielleicht denkt man besser darüber nach, wo man vor einer Begegnung ziemlich sicher ist. In Zwergenstädten, würde ich mal annehmen. Was fällt mir noch ein?" Seine Augen rollen mit dem Blick zur Decke, doch diese nicht wahrnehmend umher. "Natürlich auch in den besonders geschützten Bereichen der Akademien..."
Plötzlich sieht er sein Gegenüber wieder direkt an. "Jedenfalls gibt es keinen Grund, sich nun zu fürchten. Dass du in deinem Alter noch keinen kennengelernt hast, spricht ja für ihre Seltenheit. Und wie gesagt: An sich sind sie eher gutartig, nur eben anstrengend. Vielleicht hast du schon von Schelmen gehört...?"

MvZ

"Sicher", antwortet Marik und wundert sich etwas über den abrupten Themenwechsel. "Leute, die es lustig finden, anderen Streiche zu spielen, die diese dann meist gar nicht lustig finden. Ich bin aufgrund meiner Liedertexte auch schon als Schelm beschimpft worden."

OHH

Ein wenig runzelt der Alte die Stirne, dann jedoch lächelt er wieder wohlwollend. "Ich denke, bei Schelmen - und Kobolden - ist es wie bei jedem anderen eine Charakterfrage, ob sie zu erkennen in der Lage sind, dass die gelungendsten Scherze diejenigen sind, über welche wirklich alle, also auch das jeweilige Ziel mitlachen können. Gehässigkeit macht einsam. Dies erkennt gewiss auch manch boshafter Schelm irgendwann."

MvZ

"Nun, das hängt nicht zuletzt auch vom Ziel des Scherzes ab." Marik packt nun seine Lebenserfahrung aus. "Nur Wenige sind sich ihrer selbst so sicher, dass sie in der Lage sind, über sich selbst zu lachen. Und gerade unter den Mächtigen Aventuriens ist diese Gabe rar gesät."

OHH

Ein Nicken, sacht, jedoch stetig, das gar nicht mehr aufhören will, auch als der Greis schließlich erwidert: "Oh ja, das kann ich nur bestätigen! Auch unter meinen Kollegen. Dabei erweist sich wahre Größe oft erst mit dieser Fähigkeit. Gut, es gibt natürlich noch mehr Erkennungszeichen", korrigiert er sich selbst schmunzelnd.

MvZ

Mit einer leichten seitlichen Kippbewegung des Kopfes deutet Marik Neugierde an. "Und die wären?"

OHH

Es ist mal wieder an der Zeit, sich den Kopf zu kratzen, was durch die dünnen Haare vereinfacht wird. "Nun, nun... Bescheidenheit zum Beispiel. Damit meine ich nicht, dass man sich nicht seiner eigenen Vorzüge und Fähigkeiten bewusst sei, doch betont man sie schlicht weniger als jene, die sie gar nicht haben. Sich nicht mit fremden Federn schmücken. Ich möchte nicht für Leistungen gelobt werden, die überhaupt nicht auf mich zurückzuführen sind."
Morlan lehnt sich zurück und schaut wieder zur Decke. "Was noch...? Innere Ruhe ist auch so ein Punkt. Es gibt freilich Zeiten, wo man sie dann doch verliert."

MvZ

Marik nickt, besonders deutlich bei dem Thema, sich mit fremden Federn zu schmücken. Dabei denkt er weniger an die vielen Male, wenn er selbst das Liedgut anderer zum Besten gegeben hat, sondern an die Konkurrenten, die Mariks Lieder spielen, ohne darauf hinzuweisen, wer sie erdacht hat. Verbitterung steigt in ihm auf, sodass er vom letzten Punkt nur den Schluss mitbekommt. Wieder im Hier und Jetzt fragt er: "Äh, was habt Ihr verloren?" Vielleicht kann er ja beim Suchen helfen...

OHH

Morlans Brauen hüpfen empor. "Was?" Unwillkürlich schaut er an sich herab und auf der Tischplatte umher. "Habe ich...? Ach so!" erschließt sich ihm dann doch der Zusammenhang. "Im Augenblick nichts, soweit ich weiß", versetzt er gewitzt. "Nur bisweilen die Seelenruhe, welche es im Umgang mit dem manches Mal ungnädigen Leben oder gewissen anstrengenden Menschen benötigt."

MvZ

Marik lächelt. "Bei der Suche nach Seelenruhe finde ich es hilfreich, ein passendes Lied zu spielen. So wie Musik auch bei anderen, ganz unterschiedlichen Gemütslagen imstande ist, diese zu unterstützen oder ihnen entgegenzuwirken. Nehmt etwa die Sorgen vor einem drohenden Krieg. Der eine hört ein Lied im Kopf, das vom Tod und Leid eines vergangenen Feldzugs berichtet und seine Sorgen verstärkt. Die andere, vielleicht Soldatin von Beruf, macht sich Mut mit martialischen Märschen und verdrängt ihre Sorgen. Seltsamerweise hilft die Musik aber beiden, mit der Situation besser klarzukommen."

NW

Mit einer Geste bedeutet Tesden dem Thorwaler, dass er gleich bei ihm sein wird, steuert dann jedoch zunächst den Tisch des greisen Magiers an.

OHH

Bei der letzten Äußerung bekommt Morlan einen eher misstrauischen Ausdruck. "Wie soll sich das mit verstärkten Sorgen vertragen? Was nutzen sie diesem?"
Den nahenden Wirt im Hintergrund sieht er zwar, doch wird jener ihm noch nicht gleich bewusst.

MvZ

"Es hilft ihm, sich mit seinen Sorgen nicht allein zu fühlen, und" - Marik überlegt kurz - "es gibt ihm das Gefühl, dass seine Sorgen berechtigt sind, wenn es sogar ein Lied darüber gibt. Dann müssen seine Gedanken nicht ständig darum kreisen, obwohl er seine Meinung nicht geändert hat."

OHH

Erstmals seit dem Gesangsvortrag des Barden ziehen sich Morlans Brauen ernst zusammen. "Derlei Gefühle können täuschen, mein Junge, und von großem Schaden sein. Furcht ist ein schlechter Berater, gewiss einer der schlechtesten. Einer Herde in Panik wohnt so viel Zerstörungskraft inne wie einem schweren Sturm - das gilt auch bei den Menschen."

MvZ

"Vielleicht war das ein schlechtes Beispiel", erwägt Marik. "Ich werde zuweilen gebeten, ein Lied zum Besten zu geben, in dem der Sänger betrauert, dass ihn sein Liebster oder seine Liebste verlassen hat. Es ist dann unschwer zu erraten, dass derjenige, der den Wunsch äußert, in genau dieser Situation ist. Während ich das Lied singe, fließt dann so manche Träne. Der Zuhörer ist tief in seinem Schmerz versunken. Im Anschluss scheint es ihm aber besser zu gehen als vor dem Lied."

OHH

Für einen Moment entspannen sich die zusammengezogenen Brauen und die zerfurchte Stirne darüber, doch nicht lange. Nach Morlans Empfinden und Erfahrung bringt es wenig, sich in Trübsinnigkeiten zu vergraben. Dafür ist das Leben doch zu kurz! Um so mehr, wenn man die Hundert überschritten hat.
Doch jeder Mensch ist nun einmal anders; allgemeingültige Heilmethoden für was auch immer gibt es nicht. Selbst Magie ist nicht immer und bei jedem verlässlich. Drum nickt der Alte schlussendlich mit wieder wohlwollend lächelndem Ausdruck. "Sicherlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er seinem Schmerz am besten begegnet."

NW

"So, einmal verdünnter Wein und ein Bier." Mit diesen Worten werden die entsprechenden Getränke vor Barde und Magier abgestellt. "Darf es sonst noch was sein?"

MvZ

Marik wendet seine Aufmerksamkeit sofort dem Wirt zu, lächelt ihn an und sagt: "Vielen Dank, Dom Tesden." Da er derzeit nicht plant, mehr zu bestellen, geht sein Blick sogleich wieder zu Morlan. Vielleicht möchte der ja noch etwas.

OHH

Ein wenig wie aus einem Traum geweckt oder aus tiefschürfender Lektüre gerissen, hebt auch Morlan seinen Blick dem Wirte zu. "Äh? Ah, ja, nun... Der Käse am Tresen entstammt nicht dem Sortiment des Hauses, nehme ich an?"
Die junge Frau, welche den vorhin zur Kostprobe angeboten hat, scheint noch dort zu weilen, wenngleich sie wenig Regung zeigt. Möglicherweise fehlt es ihr nur an Gesellschaft.

NW

Unwillkürlich wendet Tesden den Kopf Richtung Kamintisch, wo der Thorwaler mit Seysshaban sitzt. "Oh, äh, nein, da müsstet Ihr den jungen Mann dort fragen - oder seine Schwester."

MvZ

Mit der linken Hand am Weinbecher wartet Marik ab. Sein Blick wandert ruhig zwischen Tesden und Morlan hin und her.

OHH

Dem Blicke des Wirtes wird gefolgt und daraufhin genickt. Stimmt, die beiden Tulamiden kamen ja vorhin gemeinsam an. "Ah, ja, danke, Meister Wirt! Dies werde ich tun." Sein Augenmerk wandert vom Hausherrn wieder hinab zu dem Barden, hernach erneut empor. "Dann haben wir wohl erst einmal keinen weiteren Wunsch; seid bedankt..."

NW

Tesden nickt den beiden Herren noch einmal mit einem freundlichen Lächeln zu, bevor er sich selbst Richtung Kamintisch begibt.

MvZ

Mit einem Nicken lächelt Marik dem Wirt zum Abschied zu, dann wendet er sich wieder an den Magier: "Wo waren wir stehen geblieben, Dom Morlan?"

OHH

Zunächst unverständig schaut Morlan sein Gegenüber an, dann regt er sich. "Ach, wenn ich das wüsste! Ging es nicht um Schwebezauber?"
Den allgemeinen Gruß von der Türe her bekommt er gar nicht mit.

MvZ

Durch den lauten Gruß des Neuankömmlings lässt sich der Barde von seinem Gesprächspartner ablenken. Da von anderer Seite schon genügend verbale Willkommensgrüße erwidert werden, beschränkt er sich darauf, eine ehrerbietige Verbeugung im Sitzen in Richtung der schlanken Frau zu vollführen.

OHH

Etwas irritiert über die Bewegung des Barden überlegt Morlan einen Moment, ob der wohl plötzlich dringen austreten müsse oder ihn eine Unpässlichkeit mit dem Rücken plagt, doch dann folgt er dessen Blick zur Türe hin. Dort steht noch eine Tulamidin, dem Augenscheine nach. Möglicherweise gehört sie zu den anderen beiden; auch eine anstehende Versammlung wäre ebenso denkbar wie bloßer Zufall.
Mit einem beiläufig-freundlichen Nicken beendet er diese Spekulationen und schaut wieder sein Gegenüber an. Was hat Morlan ihm soeben noch auf welche Frage geantwortet...?

MvZ

Wieder seinem Gönner zugewandt, sagt Marik etwas irritiert: "Äh, Schwebezauber? Ich glaube, die hatten wir schon hinter uns gelassen. Oder ist in dem Zusammenhang noch etwas Erzählenswertes passiert?"

OHH

Grassiert? Ach nein: passiert! Wieso nur? Verständnislos blinzelt der Greis den Barden ein paarmal an, dann kommt ihm langsam die Erinnerung, dass es ja um besingenswerte Ereignisse ging.
"Ach, ja nun... Ich glaube nicht. Es soll schon Magier gegeben haben, die zu hoch hinausgeschwebt sind. Weit droben wird die Luft knapp, wie man es auch von Bergsteigern hört. Und natürlich wird es auch kälter..." Gewiss versteht der junge Mann, wie das dann ausgeht. "Jedenfalls habe ich derlei nicht miterlebt."

MvZ

Der Magier, der zu hoch hinaus wollte... Kein schlechter Liedertitel, aber diese Idee allein trägt noch keine Ballade.
Marik hebt Morlan den Weinbecher entgegen. "Auf den großzügigen Spender!" Damit führt er den Becher an die Lippen und gönnt sich einen Schluck.

OHH

Auf wen? Ach so! Morlan lächelt geschmeichelt, gibt aber keine Ergänzung zurück. Dies ist ja alles kaum der Rede wert; das lustige Liedchen vorhin hingegen schon eher.
So stemmt auch er sein Trinkgefäß empor und setzt es nach einem "Prosit" an die Lippen.

MvZ

Mit dem Weinbecher in der Hand lässt Marik langsam seinen Blick durch die Stube wandern. Das bunte Völkchen hier wird langsam noch bunter. Den Thorwaler könnte er bestimmt mit einem Trinklied ködern. Bei dem tulamidischen Pärchen würde er es gar nicht erst versuchen, etwas passendes zu finden. Bei den Spitzohren auch nicht. Der Junge hört bestimmt gern etwas schnelles, lustiges. Die Neue dort am Tresen sieht nach dramatischer Ballade aus. Vielleicht sollte er Shemir ya Bosana anstimmen. Nein, besser nicht. In dem Lied kommen die Novadis nicht gut weg. Das könnte die Tulamiden verstimmen.
Als Mariks Nacken von der Drehung nach links anfängt weh zu tun, wendet er seinen Kopf langsam und mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht wieder dem Magier zu.

OHH

Zufrieden leckt sich Morlan die Lippen vom kleinen Bierbärtchen frei, nachdem er den Becher mit einem Zug zu einem Drittel geleert hat. Jedoch lässt ihn der Ausdruck des Barden stutzen. Schmeckt der Wein etwa nicht? Augenscheinlich mag er eher irgendeinen Schmerz verspüren. Doch auch in dieser Sache ist der Greis kein Freund übereilter Schlüsse. Womöglich erinnert den Barden nur gerade etwas an einen unsympathischen Menschen oder eine unangenehme Situation. Je mehr Daten man hat, desto besser!
"Stimmt etwas nicht?"

MvZ

Marik lächelt, seine freie Hand bewegt er zum Nacken und massiert ihn leicht. "Nur ein Ziehen im Nacken", versucht er den Magier zu beruhigen.

OHH

Sogleich hüpfen die grauen Brauen empor. "Ah, verstehe... Nun, ich habe mich wenig mit der Heilkunst beschäftigt, ob nun der arcanen oder der herbaren - ähm, der Kräuterkunde, du weißt schon", schiebt er erklärend nach. Manchmal verfällt man eben doch in Fachworte gegenüber den Laien, selbst wenn man sich der verschleiernden Wirkung dieser scheinbaren 'Wissenschaftlichkeit' bewusst ist. Eine schlechte Angewohnheit!
Fast bringt sich der Alte mit diesem Gedanken selbst aus dem Konzept. "Mh, ähm, ach ja: Massage ist gewiss oft ein guter Ansatz", versucht er zu loben, "wenngleich es natürlich wie bei jedem unangenehmen Symptom von der Ursache abhängt, wie effektiv sie sich auswirken kann."

MvZ

Marik denkt sich, dass eine Massage in diesem Fall nicht notwendig sei. Im Alter nehmen die Zipperlein halt zu und die Beweglichkeit ab. Für einen Moment ist Marik verleitet, den Magier zu fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, den Alterungsprozess aufzuhalten. Doch ein Blick auf Morlan lässt ihn diesen Gedanken ganz schnell wieder verwerfen.
"Danke, das gibt sich gleich von selbst wieder."

OHH

Langsam nickt der Greis wie zur Bestätigung einer Selbstverständlichkeit in stiller Akzeptanz der Worte. "So weißt du um die Quelle der Beschwerde..." stellt er fest, doch mag man auch die zugehörige Frage darin erahnen.

MvZ

"Ja", antwortet Marik und grinst. "Vielleicht sollte ich ein Lied darüber schreiben. Eine epische Ballade über die körperlichen Gebrechen, die das Älterwerden mit sich bringt."

OHH

Erkennend hellt sich Morlans Mine auf. "Ah, verstehe! Ja, das wird womöglich eine recht lange Ballade - je nachdem, wie alt ihr Held wird. Wobei gewiss mancher die gleiche Menge Beschwerden in kürzerer Zeit anzusammeln weiß. Dies wiederum lässt darauf schließen, dass man sich mit entsprechendem Verhalten möglicherweise vor dem einen oder anderen zu schützen vermag. Oft ist ein Zuviel oder Zuwenig Ursache eines Gebrechens. Wobei, das muss man einräumen, ein Zuviel an Jahren nicht zielführend zu vermeiden ist..."

MvZ

"Oder zumindest wollen die meisten ein zuviel an Jahren nicht vermeiden", ergänzt Marik und erkennt sodann, dass Morlan genau dies mit anderen Worten eigentlich gerade gesagt hat. Um von der zur Schau gestellten eigenen Dummheit abzulenken, schiebt er direkt eine Frage hinterher: "Äh, was für ein Zuwenig meint Ihr? Zu wenige Gebete, insbesondere an Peraine?"

OHH

Für einen winzigen Moment erwägt Morlan, die von ihm durchaus empfundenen Unterschiede in beider Äußerungen miteinander abzugleichen und genauer zu erörtern. Dem Barden steht danach hingegen offenkundig nicht der Sinn, da er einen ganz anderen Aspekt aufgreift.
Götter mal wieder. Nachdenklich saugt der Greis eine größere Portion Luft ein. Fällt dem einfachen Volke denn gar nichts weiter ein, als die Verantwortung an höhere Stellen abzugeben? Dies enttäuscht ein klein wenig die in den Barden gesetzten Erwartungen, jedoch mögen die schlicht zu hoch angesetzt sein. Letztlich hat man die Schüler dort abzuholen, wo sie sich nun einmal befinden.
"Nun... Eigentlich nicht zuerst, aber bleiben wir dennoch bei deinem Beispiel! Wer so viel betet, dass er sein Tagesgeschäft vernachlässigt - oder die Nahrungsaufnahme - mag damit seine Lebensspanne durchaus ebenfalls verkürzen", erklärt Morlan feixend. "Wiederum umgekehrt dient auch ein Zuviel an Arbeit oder Festmälern nicht der Gesundheit."
Neugierig wird der Eleve betrachtet, wie er diesen Teil verarbeitet. Niemals zuviele Informationen auf einmal! Auch damit kann man sich den Magen verderben.

MvZ

Mariks Augenbrauen schießen überrascht in die Höhe. Man kann zuviel beten? Zuviel beten ist ungesund?
Der Barde ist es durchaus gewohnt mit Autoritäten ins Gespräch zu kommen, da diese sich oftmals selbst für Künstler halten oder doch zumindest für ausreichend vom Fach, um Kunstkritik zu üben. Bei diesen Autoritäten handelt es sich aber selten um Magier oder ähnliche Intellektuelle, sondern um Adel oder Klerus. Beide Gruppen sind sich meist darin einig, dass man ein göttergefälliges Leben führen sollte, wozu auch regelmäßige Gebete gehören. Und mit 'man' meinen zumindest die Adeligen, aber auch manche Geweihte meist weniger sich selbst, sondern alle anderen.
Nach einer Weile entspannt sich Marik wieder und gibt ein langsames "Interessant!" von sich.

OHH

So ganz sicher ist sich Morlan nicht, ob er die Wertung des Barden als ehrlich annehmen darf. Forschend wird dessen Mimik begutachtet. Ob wohl alles verstanden wurde? Oder zumindest die springenden Punkte? Sind weitere Beispiele vonnöten oder wenigstens erwünscht? Worum ging es? Genau: um zu viel und zu wenig. Hier sind die Beispiele ein gutes Beispiel.

MvZ

Marik blickt Morlan zurück in die Augen, während seine Gedanken immer noch auf Hochtouren laufen. Schließlich sagt er: "Ja, höchst interessant sogar. So habe ich das noch nie betrachtet."

OHH

Sogleich ist der Alte wieder vollauf zufrieden mit seinem Schüler. Ganz recht, bei derart neuen Gedanken sollte man sich erst in Ruhe damit vertraut und ebensolche machen. Insbesondere die Überprüfung ihrer Eignung für einen selbst kann oft entscheidend sein.
Wohlwollend wird genickt. Die Frage, ob Unklarheiten bestehen, erscheint ebenso unpassend wie die in diesem Moment womöglich eher ungeduldig wirkende Aufforderung, sich alle nötige Zeit zu nehmen.

MvZ

Während Marik versucht, die Thematik gedanklich zu ordnen, denkt er laut: "Vielleicht stört die Götter das ganze Gebete wegen irgendwelcher Kleinigkeiten gar, weil es sie von den wichtigen Dingen abhält. Dann verwundert es auch nicht, wenn sie erst spät reagieren, wie damals bei der Sache mit Hela-Horas und den Gesandten aus Gareth."

OHH

Politik... In dieser Thematik fühlt sich der greise Wissenschaftler wenig zuhause.
"Ja, das ist auch ein guter Gedanke", stimmt er der wahrscheinlichen Belästigung der Götter zu.
Gerade will er nachfragen, was denn da in Gareth geschehen sei, als ihm dank des im Hinterkopfe nachhallenden Namens der Hela-Horas klar wird, dass es sich ja gar nicht um halbwegs aktuelle Geschehnisse handelt, sondern um Geschichtsschreibung. Darin kennt er sich tatsächlich schon besser aus.
"Und ob sie dann überhaupt oder gar im eigenen Sinne reagieren, ist ja auch schwerlich vorherzusagen." So zumindest die Erfahrung des Alten.

MvZ

"Meine Mutter sagte immer: Wenn du nicht nach dem, was du willst, fragst, dann ist schon von vornherein klar, dass du es nicht kriegst. Daher bete ich bislang lieber einmal zuviel als einmal zu wenig. Jedenfalls wenn ich dazu komme."

OHH

"Klug ist sie, deine Mutter", bekundet der Alte zustimmend. Jedoch weiß er auch einen Einwand gegen die Schlussfolgerung daraus vorzubringen: "Allerdings ist es gewiss ratsam, die Zuständigkeiten zu hinterfragen. Gut, gewöhnlich wird sich ein Gott vermutlich um Unwichtiges lediglich nur einfach nicht kümmern, ohne dass dadurch für den Betenden ein weiterer Schaden entstünde. Dennoch mag manches Problem durch derische Zeitgenossen eher gelöst sein denn durch alveranische."

MvZ

"Tjaaa, hilf dir selbst, dann hilft dir Phex, sagt man." Marik schaut nachdenklich drein. "Aber oftmals reicht das nicht. Ich habe schon so einige Leute zugrundegehen sehen, obwohl sie sich sichtlich abgemüht hatten. Ein wenig göttlicher Beistand hätte sie vielleicht gerettet."

OHH

Nachdenklich nickt und wiegt Morlan sein Haupt ein wenig. "Hm, hm..." scheint er zunächst zuzustimmen. "Woran lag es, dass sie ihn nicht bekamen...?" Man mag hinter dem forschenden Blick eine Erwartung oder Absicht vermuten.

MvZ

Marik zuckt mit den Schultern. "Das bekomme ich selten mit. Ich sehe viel und höre viel auf meinen Wanderungen. Aber die Einzelheiten der Schicksale bleiben mir meist verborgen."

OHH

Etwas missmutig zieht sich das Antlitz des Greises in noch tieferen Falten zusammen. Diese mangelnde Datenlage erschwert seine Argumentation. "Nun, dann können wir keine Aussage darüber treffen, ob und in welchen Fällen es auch an fehlendem oder ungünstigem Beten lag", kann man immerhin feststellen und wieder freundlicher dreinblicken.

MvZ

"Nun, letztlich wissen das wahrscheinlich nur die Götter selbst." Marik nimmt einen weiteren Schluck. "Wie hält es denn die Magierzunft so mit Hesinde?" Um nicht zu persönlich zu werden, formuliert Marik seine Frage lieber etwas unspezifisch.

OHH

Derart gefragt, versteht der Alte die Frage genau so, wie sie formuliert ist, und bezieht sie nicht auf sich selbst. "Gewiss so unterschiedlich wie jede andere. Menschen sind bei allen Gemeinsamkeiten immer unterschiedlich. Natürlich gibt es zu besonderen Anlässen das eine oder andere Zeremoniell oder gemeinsame Betstunden, doch sind sie selten für alle verpflichtend. Natürlich hängt das auch von der jeweiligen Akademie und ihrem Standort ab..."

MvZ

Marik kommt ein schrecklicher Gedanke. Vorsichtig fragt er: "Gibt es etwa auch Rastullah-Anbeter an den Akademien?"

OHH

Ob der Selbstverständlichkeit, welche Morlan in der Frage empfindet, bemerkt er nicht des Barden mitschwingendes Unbehagen. "In den Reichen vereinzelt, wohingegen es in den Akademien im Osten und Südosten des Kontinentes natürlich oft umgekehrt aussieht. Allerdings habe ich meine Kollegen nie danach gefragt, weil es für die jeweiligen Sachthemen keine Bewandnis hatte."

MvZ

Marik versteht weniger als die Hälfte von dem, was Morlan sagt, größtenteils weil seine Gedanken woanders sind. "Die nehmen dann wahrscheinlich nicht an den Hesindediensten teil."

OHH

Nickend bestätigt Morlan: "Üblicherweise nicht. Doch es gibt Ausnahmen, wenn besondere Situationen vorherrschen. Damals während der Bedrohung durch Borbarad und seine Horden, zum Beispiel, hat man alle Hebel ausprobiert."

MvZ

"Da möchte ich gar nicht dran denken", denkt Marik, während ihm ein kalter Schauer den Rücken hinunter läuft. Und dann kommt ihm die Erkenntnis, dass er das Gedachte laut ausgesprochen hat.

OHH

Verständnisvoll nickt der Alte. "Ja, keine gute Zeit. Obwohl sie auch reichlich Verbindendes hatte bei jenen, die sich dem Wahnsinn entgegenstellten. Man hat viele interessante Leute kennengelernt. Die Netzwerke bestehen lose noch heute. Wer weiß, ob ich je nach Drakonia gekommen wäre...!" Zum Ende hin wird er immer leiser, bleibt jedoch noch verständlich - für normal Hörbegabte; selbst wurde er fraglos nur unbestimmte Murmelei mitbekommen.

MvZ

"Drakonia?" wirft Marik ein. Der Name ist ihm nicht bekannt, auch wenn seine rudimentären Bosparano-Kenntnisse dafür sorgen, dass er sich ein Land voller Drachen vorstellt.

OHH

"Ja, da bin ich nun ansässig", erklärt Morlan freudestrahlend, bis ihm klar wird, dass der Eleve davon womöglich noch nicht gehört haben mag. Selbst unter Fachleuten ist dies ja kein geradezu offenes Buch.
So fährt er erweiternd fort: "Das Konzil der Elemente zu Drakonia" - den offiziellen, etwas längeren Titel erspart man Nichtakademikern besser - liegt im Raschtulswall. Fraglos lädt die Abgeschiedenheit weder sonderlich zu Besuchen ein, noch für die Bewohner zum Reisen..."

MvZ

Über den Raschtulswall hat Marik nur ein paar Geschichten gehört, die es ihm alle nahegelegt haben, dieses Gebirge zu meiden. Glücklicherweise liegt es auch nicht gerade um die Ecke. Und aus irgendeinem Grund, den er nicht fassen kann, muss er an Käse denken. Scherzhaft sagt er: "Und der Vorsitzende des Konzils ist wahrscheinlich ein Purpurwurm."

OHH

Nun verhört sich der Alte doch ein wenig, weshalb er erwidert: "Nein, meines Wissens steht der im Orkland..." Seinem Blick und Zögern mag jedoch abzulesen sein, dass er nicht nur darüber im Unklaren schwebt, sondern auch über die wahren Worte des Barden.

MvZ

Marik schaut verwirrt drein. "Wer steht im Orkland?"

OHH

Es kann kaum mehr ein Zweifel bestehen; es gab wohl ein Missverständnis. "Äh... der Purpurturm...?" wiederholt Morlan, was er gehört zu haben geglaubt hat. Vielleicht hätte er doch zu einem Mittagsschläfchen emporgehen sollen.

MvZ

Marik schaut Morlan mit erhobenen Augenbrauen an und wiederholt: "Der Purpurturm?" Das war ein interessanter Verhörer. Der Barde bemüht sich, wieder lauter und deutlicher zu sprechen. "Bitte erzählt mir von dem Purpurturm. Ich hätte im Orkland eher primitive Hütten erwartet als einen purpurnen Turm."

OHH

Ging es nicht eben noch um Drakonia? Doch bekommt Morlan keine Gelegenheit, sich an das Mysterium heranzutasten.
"Es handelt sich ja nur um einen einzelnen Turm, der wohl recht einsam dort herumsteht", erwidert er, wobei er mit den Fingern die hohe Stirne zu massieren beginnt. "Ja, wie war das noch...? Es hatte irgendwie mit der Hesinde-Kirche zu tun - und mit Saurologie..."

MvZ

"Saurologie?" platzt es aus Marik heraus. Das hört sich für seine Ohren an wie die Wissenschaft von saueren Dingen, Essigkunde vielleicht. Es heißt ja, dass sich die Hesindegeweihten mit den speziellsten Themen beschäftigen.

SR

Nachdem am eigenen Tisch sich immer noch alles um Käse bzw. zur Zeit der Vekostung desselben gewidmet wird und Joriks Tischgenossen scheinbar in der Verzückung gefangen sind, kommt Jorik nicht umhin, das laut herausgeplatzte Wort zu vernehmen.
Plötzlich fallen ihm auch diverse echsische Worte ein, die er lange nicht mehr benutzt hat: „Krr'ta h'ssirr. Krr'ta ssar", spricht er doch etwas lauter aus als beabsichtigt. 'Diese Klick und Zischlaute lassen sich nicht wirklich leise sprechen', denkt er und schaut sich am Nachbartisch um, ob der ältere Magier ihn womöglich gehört hat.

OHH

Erneut wird des Greisen Konzentration ein wenig umgelenkt von jenem fernen Gebäude und seine kaum als Gedankenbild erschienene, nun sogleich wieder verblassende Erbauerin hin auf diese eine Wissenschaft. Die erschrocken wirkende Art der Aussprache durch den Barden lässt ihn darin irren, jener fürchte sich vor Echsen.
Schon will Morlan ihn mit einer Erklärung beruhigen, als in solchem Gasthaus unerwartete Geräusche aus scheinbarem Nichts hervortreten. Da sie nur kurz zu hören sind und Morlans Gehör eben nun einmal so erschöpft, wuselt sein Blick verwundert umher. Leider hat er kein Wort verstanden, wenngleich die Sprachen der Achaz und ihrer näheren Verwandten stets faszinierten - dafür war es leider zu kurz, zu überraschend und zu leise, weswegen auch die Richtung so schwer für Morlan zu bestimmen ist.
Einzig ein klein wenig auffällig dabei ist der Thorwaler, welcher herüberschaut. Anscheinend hat er die Worte auch vernommen. Hoffentlich holt er deswegen nicht gleich irgendeine Waffe hervor!

SR

Jorik hebt eine Hand, kaum mehr als eine kleine Geste, um die Aufmerksamkeit des Greises nicht unnötig zu erschrecken. "Wenn Ihr etwas Ungewöhnliches gehört habt – das war wohl ich." Ein schiefes, entschuldigendes Lächeln. "Verzeiht. Die Laute der Achaz lassen sich schwer flüstern. Mir kamen nur ein paar alte Worte in den Sinn... Erinnerungen an Maraskan." Er neigt den Kopf leicht und respektvoll, ebenso wie es auch auf Maraskan üblich ist. "Ich wollte niemanden verwirren. Es war nur ein Gedanke, der mir entglitt."
Dann, mit einem Hauch Neugier: "Ihr habt ein gutes Ohr dafür, alter Herr. Nicht viele erkennen die Zunge der Echsen überhaupt."

MvZ

Marik schaut zunächst leicht verwirrt zwischen Morlan und dem Thorwaler hin und her. Achaz? Dem Satz-Zusammenhang entnimmt der Barde, dass es sich dabei wohl eher nicht um eine Essigsorte handelt. Vielleicht die Bezeichnung für das seltsame Gezischel, das soeben zu vernehmen war. Maraskan? Das sagt Marik etwas: Eine Insel, die noch gefährlicher sein soll als der Raschtulswall, und daher noch weniger für ihn als Reiseziel infrage kommt, dazu auf der anderen Seite des Kontinents. Wie ist der Nordmann denn dahin gekommen? Hat er sein Schiff über Land getragen oder ist er an den Landen der Wilden und den Städten der Sklavenjäger vorbeigesegelt? Mariks linke Augenbraue wandert nach oben.

OHH

Eines wird dem Beobachter leicht klar: Hier liegt ein Irrtum vor, denn der Greis versteht keineswegs jedes Wort. Allein der lauten Stimme des Thorwalers ist geschuldet, dass Morlan zumindest eine grobe Ahnung vom Inhalt bekommt. Hat er den fernen Ferngereisten recht verstanden, so weiß dieser, dass er die Laute als Sprache erkannt hat. Wie hat er das gemacht? Sollte es sich um einen thorwalschen Kollegen handeln? Oder vielleicht einen Magiedilettanten mit der Fähigkeit des Gedankenlesens?
Einerlei, solange er eine so uneffektive Art der Fernverständigung wählt! "Verzeihung, aber ich schreie nicht gern quer durch Schankräume..." erklärt er ohne besondere Anstrengung und daher mit seiner üblich dünnen Stimme.

SR

Nachdem Jorik signalisiert hat, nicht absichtlich in fremder Zunge zu sprechen, scheint weder der ältere Herr noch der Barde geneigt, den Echsenlauten auf den Grund gehen zu wollen. Insofern wendet sich der Kapitän wieder seinen am eigenen Tisch sitzenden Käsefreunden zu.

OHH

Diese Thorwaler! Verstehen sie nur, über das Deck zu brüllen? Nein, Morlan hat durchaus schon welche getroffen, die sich gepflegt aus der Nähe zu verständigen wussten. Jenem dort drüben ist sein Anliegen welcher Art auch immer hingegen offenbar nicht wichtig genug, um herüberzukommen.
Mit leichtem Achselzucken wendet sich der Alte wieder seinem Schüler und Tischgast zu. "Kurios! Dumm nur, dass mich alles so leicht aus meinen Gedanken bringt! Wo waren wir gerade? Irgendwie bei Echsen...?"

MvZ

Echsen? Marik kann sich an dieses Gesprächsthema nicht erinnern. Echsen, Drachen... "Ach so, ja, Drakonia", sagt er schließlich. "Ihr sagtet, dass es sich dabei um ein Konzil handelt, das im Raschtulswall tagt?" Bei den letzten Worten ist unschwer herauszuhören, dass sich Marik unsicher ist, ob er den Sachverhalt korrekt wiedergibt.

OHH

Freudig nickt Morlan, denn dies ist ihm ein angenehmes Thema. "Ja, ganz recht, mein Junge! Ich habe dort vor ein paar Jahren mein drittes Studium begonnen..." Bedeutungsvoll lächelnd runzelt er die Stirne mit dem sechseckigen Akademiesiegel.

MvZ

Mitten im Zuhören dessen, was Morlan erklärt, meint Marik, den Namen der Frau zu hören, wegen der er hierhergekommen ist. Die berufliche Pflicht lässt ihn sich ruckartig umdrehen, um herauszufinden, ob jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, Ihr ein Ständchen zu bringen. So wie sich die Szene am Tresen darstellt, scheint es aber noch zu früh zu sein. Daher wendet er sich wieder Morlan zu. "Äh, sagtet Ihr gerade, dass Ihr dreimal studiert habt?" Marik blickt verwundert drein.

OHH

Mit einer Mischung aus Zufriedenheit, Stolz und einer feinen Prise Bescheidenheit erwiedert Morlan lächelnd: "Ja, ganz recht! Beziehungsweise - nun ja - im Grunde ist man ja nie ganz fertig. Doch tatsächlich habe ich das dritte offiziell vor einigen Wochen vollendet und bin nun nur noch Mitglied des Lehrkörpers. Was mich nicht von dieser Studienreise nach Bethana abgehalten hat." Etwas daran scheint ihn zu bedrücken, da er kurz betroffen Blick und Lider senkt und sich seine Freude aus dem faltigen Antlitz zurückzieht.

MvZ

Morlans Stimmungswechsel ist dem Barden nicht entgangen. Geduldig wartet er aufmerksamen Blickes, ob der greise Absolvent dreier Studiengänge seiner Geschichte noch etwas zufügen möchte.

OHH

Doch scheint der Alte sich der Beobachtung durch den Barden nicht bewusst zu sein. Stillschüttelt er den Kopf, murmelt dann etwas von "Diese jungen Leute..." und blickt schließlich wieder auf und sein Gegenüber zunächst noch mühsam freundlich an. Jenes ist zum Glück nicht mehr gar so jung.

AN

Seysshaban am Kamintish springt auf, und reißt seinen Krummdolch aus dem Gürtel. Dabei fällt der Sitz klappernd nach hinten. "Wo ist die Echse?" fragt er den Mann und stößt seinen Dolch in den Tisch. Er blickt intensiv im Raum umher und auch unter den Tisch, an dem er steht.

MvZ

Marik bemerkt einen Tumult oder den möglichen Beginn eines solchen auf seiner Linken. Allzu bedrohlich hört sich das noch nicht an. Da er eine spannende Geschichte in dem Verhalten des Magiers vermutet, blendet Marik - zumindest vorläufig - den Rest des Wirtssaales aus und blickt Morlan freundlich an. "Haben Euch diese jungen Leute geärgert?" fragt er, wohl wissend, dass Ärger nicht das richtige Wort sein dürfte, um Morlans Stimmung zu beschreiben.

OHH

Stuhlgepoltere und die brutale Erdolchung des Kamintisches lassen Morlan dorthin blicken. Anscheinend ist der Tulamide hinreichend abgefüllt, wie der sich benimmt! Der Wirt wird ihm schon bescheidgeben, wenn er sich von seinem rechtschaffenen Schreck erholt hat. Zudem gibt der Barde - man muss ihn unbeding noch nach dem Rufnamen fragen! - Hilfestellung, beim Thema zu bleiben. "Wie? Ach so! Nein, nicht eben geärgert - vielmehr ein klein wenig enttäuscht. Ich hätte gern einen jungen Begleiter an meiner Seite gewusst, welcher beim Reisen hilfreich wäre. Jedoch sind die Adepten von heute aus einem anderen Holz, gar nicht recht reiselustig wie ich in dem Alter." Zumindest vermeint er, sich dessen so erinnern zu dürfen. "Möglicherweise liegt es aber auch an der Abgeschiedenheit Drakonias, die sie ja letztendlich selbst mitgewählt haben."

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Auch Marik ist nicht immun gegen die Ablenkung, die der Tumult am Kamintisch hervorruft. Da wird so schnell durcheinandergeredet und -gerufen... Er hat fast den Eindruck eines Bühnenschauspiels. Das Publikum soll sich eine Echse vorstellen, gegen die der Junge sich mit seinem Dolch verteidigen will? Immerhin sind mehrere Erwachsene bereits zur Stelle, also kein Grund, sich ebenfalls einzumischen und am Ende noch eine Schnittwunde davonzutragen.
Er wendet sich wieder Morlan zu und versucht, laut genug zu reden, dass ihn der Greis trotz des Kraches verstehen kann: "Abgeschieden, ja. Und gefährlich, nach allem, was man so hört. Treiben sich da nicht brutale Wilde herum? Und Drachen?"

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"In der Akademie nicht", scherzt Morlan, um sich von der unerfreulichen Szene drüben abzulenken. Dort hätte man ja schon einen Wilden!
"Ja, nun", gesteht er dann ein, "es ist ja ein ausgedehntes Areal. Da haben wir tatsächlich drei bekannte größere Drachen. Wer oder was allerdings 'wild' ist, hängt wohl auch vom Betrachter ab..." Womit Morlan nun doch noch einmal ärgerlich zu dem Kuddelmuddel hinüberschaut.

MvZ

Mariks Blick wandert von seinem Gesprächspartner immer wieder nach links, um einschätzen zu können, ob sich die Situation am Kamintisch beruhigt oder weiter verschärft. Immerhin nehmen seine Nackenschmerzen durch die dauernde Bewegung nicht weiter zu.
"Meint Ihr jetzt: Es gibt drei bekannte Drachen im Raschtulswall? Oder gibt es drei Drachen in Eurem Konvent?"

OHH

Leise lacht Morlan bei dem Gedanken. "Nein, nein, im Gebrige, ganz recht. In der Akademie ist natürlich alles eher auf menschliche Größe eingerichtet, auch wenn sie durchaus von beeindruckenden Ausmaßen ist."
Da es drüben ruhiger zu werden scheint, braucht man auch nicht weiter über einen Silentium oder ähnliches nachzudenken; es wäre ohnehin mit dem Risiko verbunden, den Verrückten damit weiter aufzuregen.
Von den Worten nichts verstehend, zumal er immer weniger darauf achtet, schließt Morlan doch aus den Bewegungen, dass man sich hinauszubewegen anschickt. Damit wäre die Angelegenheit wohl erledigt und der Weg wieder frei zu einer fruchtbaren Unterhaltung.

MvZ

"Und, äh" - Marik fürchtet, sich mit seiner Unwissenheit zu blamieren, aber nur durch dumme Fragen wird man weniger dumm - "werden die Drachen der Akademie nicht gefährlich?"

OHH

Nun erst einmal wieder ganz ins Gespräch vertieft, lehnt sich Morlan entspannt zurück. "Nun, nein, man lebt weitgehend friedlich aneinander vorbei. So ein Gebirge ist ja weitläufig genug, allen Platz zu bieten. Aber es gab auch schon mal den einen oder anderen Austausch."

MvZ

"Den einen oder anderen Austausch von Freundlichkeiten oder von Kampfzaubern?" fragt Marik trocken nach.

OHH

Schmunzelnd erwidert Morlan: "Freundlichkeiten, gewiss, das versteht sich. Bloß zu diesen allein sollte man sich nicht dorthin begeben, sofern man nicht sehr redegewandt ist oder den jeweiligen Drachen auf andere Weise zu unterhalten vermag."
Nachdenklich geht sein Blick in die Ferne. "Ob jemals jemand einen Zauber mit einem Drachen ausgetauscht hat... Nun, zwischen den verschiedenen magischen Ausrichtungen der Menschen und Elfen gibt es natürlich auch hin und wieder einen Austausch, jedoch ist Drachenmagie schon etwas sehr anderes, noch fremder als jene der Kristallomanten."

MvZ

Der Eindruck einer Theateraufführung am Kamintisch verstärkt sich wieder bei Marik. Skurriles Theater? Wahrscheinlich spielt man so etwas auf den Bühnen von Vinsalt. Hier in der Provinz findet Marik es eigentlich zu avantgardistisch. Die Wirtsleute und die anderen Gäste scheinen davon auch mehr irritiert als begeistert zu sein.
Morlans Antwort erzeugt bei dem Barden den Eindruck, dass der Magier den Austausch von Kampfzaubern als gegenseitigen Unterricht interpretiert hat. Die Notwendigkeit einer Klarstellung sieht er nicht. Aber da ist schon wieder ein neues Wort, das einer Erklärung bedarf. "Kristallo... Entschuldigung, was ist ein Kristallofant?"

OHH

Trotz klarer Aussprache des Barden und konzentrierten Zuhörens bemerkt der Alte die falsche Aussprache des Wortes gar nicht. "Nun, das ist ein zauberkundiger Achaz - also ein Echsenmensch. Die nennen sich so, weil ihre Magie wesentlich auf der Nutzung von bestimmten Kristallen und Mineralien aufbaut. Übrigens eine sehr viel ältere Art als die Gildenmagie!" Vielleicht wäre das doch noch einmal eine Reise wert. Sich nur aus Büchern in der Theorie damit zu befassen, ist eben nur ein Kratzen an der Oberfläche - wobei der Süden ja unangenehm feucht und heiß sein soll.

MvZ

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Wird fortgesetzt...


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Redaktion und Lektorat: Oliver H. Herde im Jahre 2026